Bayern München

Weshalb beim FC Bayern Feuer unter dem Dach ist

Cup-Out, abgeschlagen in der Meisterschaft und interne Querelen im Team des FC Bayern München. Der Deutsche Rekordmeister steht am Wochenende vor einem «Endspiel». Das gilt auch für Trainer Luis Van Gaal.

Beim FC Bayern München brennt der Baum. Verantwortlich dafür sind die seit Wochen bescheidenen sportlichen Leistungen der Mannschaft. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat nun ausgerechnet Felix Magath. Der ehemalige Bayern-Trainer besiegte letzten Mittwoch mit Schalke 04 im DFB-Pokal-Halbfinal die Bayern aus München mit 1:0.

Dabei avancierte bei dem Schalkern neben dem spanischen Torschützen Raul, der Torwart Fabian Neuer zum Helden des Abends. Mit seinen Paraden führte Neuer Schalke in den Final.

Ironie des Schicksals: Seit Wochen soll Bayern München auf die nächste Saison hin um die Dienste des Schalke-Torwarts buhlen. In diesem Zusammenhang musste sich die Bayern-Führung im Vorfeld der Partie über eine «unglückliche» Aktion der eigenen Fans ärgern.

Während der Partie hielten Münchner Fans Tausende Plakate in die Luft (siehe Bildergalerie). Darauf verlangten die Bayern-Fans von der Führung Neuer nicht zum FC Bayern zu transferieren.

Nach der Partie entschuldigten sich die Verantwortlichen des FC Bayern unverzüglich beim Torwart. «Der Junge hat dem FC Bayern überhaupt nichts getan. Er hat sich nicht einmal über den Bayern München negativ geäussert. Ich muss offen und ehrlich sagen, ich möchte mich bei Manuel Neuer im Namen des FC Bayern entschuldigen», sagt Bayern-Manager Rummenigge.

Robben geht Müller an die Gurgel

Viel ärgerlicher als die Aktion der Fans ist die sportliche Misere des Rekordmeisters. Seit Wochen dümpelt die Mannschaft lediglich im oberen Mittelfeld der Tabelle umher. Superstars wie Arjen Robben und Frank Ribery sind ein Schatten ihrer selbst und auch Sebastian Schweinsteiger - sonst ein sicherer Wert im defensiven Mittelfeld - bleibt seit Wochen unter den Erwartungen. Selbst teamintern scheint es nicht zu stimmen. So ging Arjen Robben Ende Januar seinem Teamkollegen Thomas Müller nach dem 3:1 Auswärtssieg gegen Werder Bremen noch auf dem Spielfeld an die Gurgel. Hätte Bayern-Spieler Anatoli Timoschtuk nicht geschlichtet, wäre die Situation wahrscheinlich eskaliert.

So ging Arjen Robben auf Thomas Müller

So ging Robben auf Thomas Müller los

Die Frage ist: Weshalb verliert Robben derart die Fassung? Während der Partie fuchtelt Thomas Müller mit den Händen in Richtung Robben. Damit will Müller seinem Ärger über das eigensinnige Verhalten von Robben Luft machen. Als Thomas Müller nach einem missglückten Robben-Freistoss die Hände erneut verwirft, kommt es zum Rencontre zwischen den beiden Spielern. Zunächst fühlte sich Robben im Recht: «Ich hasse das, wenn Leute so die Hände hochreissen. Das ist nicht respektvoll gegenüber den Kollegen». Tage später sah der Niederländer seinen Fehler jedoch ein. «Das war nicht schlau von mir».

Van Gaal spielt um seinen Job

Nun droht der FC Bayern nach der Cup-Pleite und der Meisterschaftsniederlage gegen Dortmund die Saison ohne Titel zu beenden. Aktuell liegt München mit 16 Punkten Rückstand auf den ersten Platz abgeschlagen auf Rang vier. Für den Rekordmeister ein unhaltbarer Zustand. Gewinnt München am Wochenende nicht gegen Hannover 96, beträgt der Rückstand auf Rang drei - der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt - fünf Punkte. Spätestens dann wird es auch für den Bayern-Trainer Luis Van Gaal sehr ungemütlich.

Es ist davon auszugehen, dass der Niederländer nur noch deshalb im Amt ist, weil der Verein dank eines 1:0 Auswärtssiegs im Hinspiel der Champions League Achtelfinals gegen Inter Mailand hervorragende Aussichten auf die Viertelfinal-Qualifikation hat.

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