Spanien

Lionel Messi. Ein Spieler, 500 Tore. Mit seinen Toren Nummer 499 und 500 lässt er den FC Barcelona weiter hoffen. Hoffen auf den dritten Meistertitel in Folge. Fast im Alleingang bodigte er Real Madrid im Estadio Santiago Bernabeu. Nach dem Sieg im Clasico ist Barcelona nun punktgleich mit den Königlichen, hat aber ein Spiel mehr auf dem Konto. Der Endspurt in der spanischen Liga ist so spannend wie noch nie zuvor.

Ein Bild, das um die Welt ging: Der Jubel von Lionel Messi nach seinem zweiten Tor im Clasico.

Ein Bild, das um die Welt ging: Der Jubel von Lionel Messi nach seinem zweiten Tor im Clasico.

In den restlichen fünf Spielen dürfen sich die beiden Mannschaften keine Fehler mehr erlauben. Wer ein Spiel verliert, verliert auch die Meisterschaft. Real Madrid bekommt es am vorletzten Spieltag mit dem FC Sevilla zu tun. Gegen die Andalusier riss im Januar eine Rekord-Serie der Königlichen. In dieser waren sie in 40 Pflichtspielen nie als Verlierer vom Platz gegangen. Wird sich Real Madrid dafür rächen?

Die Kleinen bereiten die grösste Mühe

Der FC Barcelona darf indes gegen die kleineren Mannschaften spielen. Doch genau diese bereiten den Katalanen in dieser Saison die grösste Mühe. Am 8. April verlor die Mannschaft von Luis Enrique auswärts gegen den FC Malaga mit 0:2. Weiter zog Barcelona in den Duellen mit Aufsteiger Deportivo Alaves und gegen Deportivo La Coruna (beide 1:2) den Kürzeren. Barcelona und Real lieferten gestern beide und gewannen ihre Spiele üverlegen: Barcelona gewann gegen Osasuna gleich mit 7:1, Real schlug Deportivo mit 6:2. Das Meisterrennen bleibt also offen. 

Am anderen Ende der Tabelle zeichnet sich der Abstieg von Osasuna ab. Der Aufsteiger liegt mit 18 Punkten auf dem Konto neun Punkte hinter dem rettenden 17. Platz. Zwei Punkte mehr als Osasuna hat der FC Granada. Beide bräuchten ein kleines Fussball-Wunder, um auch in der nächsten Saison erstklassig spielen zu können.

Knapper sieht es bei Sporting Gijon und CD Leganes aus. Gijon liegt mit 24 Punkten auf dem ersten Abstiegsplatz, während Leganes mit drei Punkten einen knappen Vorsprung aufweist. CD Leganes hat dazu noch ein Spiel weniger bestritten als Gijon.

Ein Aufsteiger im Final

Im Final des Copa del Rey (Spanischer Cup) kommt es zu einem sehr ungleichen Duell. Aufsteiger Deportivo Alaves konnte sich gegen Celta Vigo im Halbfinal durchsetzen und spielt am 27. Mai gegen Barcelona um den Titel. Alaves gewann in seiner Vereinsgeschichte noch keinen grösseren Titel. Schafft es der Underdog wie schon zu Beginn der Saison, den grossen FC Barcelona als Verlierer vom Platz zu schicken? Es wäre auf jeden Fall eines der grössten Wunder im spanischen Fussball.

England

Chelsea ist in der Premier League auf Titel-Kurs. Acht Punkte zählt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Tottenham Hotspur. Können die Spurs den Londoner Rivalen Chelsea noch ernsthaft gefährden? Tottenham konnte bis jetzt alle Spiele im April gewinnen, Chelsea jedoch verlor zwei Spiele (am 1. April, 1:2 gegen Crystal Palace und am 16. April, 0:2 gegen ManUtd).

Chelsea hat allerdings das einfachere Restprogramm in der Liga, sie müssen gegen keine der Topmannschaften spielen, währenddessen Tottenham am 30. April gegen den ewigen Stadtrivalen Arsenal ran muss, am 14. Mai Manchester United empfängt und am 18. Mai beim Vorjahresmeister Leicester gastiert.

Wer wird Meister in England: Chelsea oder Tottenham?

Wer wird Meister in England: Chelsea oder Tottenham?

Um den ersten Meistertitel seit mehr als 50 Jahren feiern zu können, brauchen die Spurs einen Endspurt wie ihn Manchester City im Jahr 2012 an den Tag legte. Damals krönte sich City nach zwei Toren in der Nachspielzeit noch zum englischen Meister. Der Stadtdrivale Manchester United hatte bereits mit der Meisterfeier begonnen, während das Spiel Manchester City gegen die Queens Park Rangers noch lief. In der Nachspielzeit erzielte City zwei Tore und schnappte so ManUnited den Meisterpokal vor der Nase weg.

Manchester City krönt sich 2012 zum Meister – die Reaktionen der Fans:

Manchester City 3-2 QPR. wird 2012 meister

Im Abstiegskampf zeichnet sich ein spannendes Saisonfinale ab. Sunderland und Middlesbrough können nur noch auf Wunder hoffen. Swansea hingegen kann den Ligaerhalt noch aus eigener Kraft erreichen. Die Waliser stehen mit 31 Punkten nur zwei Punkte hinter dem rettenden 17. Tabellenplatz, wo sich momentan Hull City (mit dem Schweizer Torhüter Eldin Jakupovic) befindet.

Wengers letzte Hoffnung

Auch im FA-Cup spielen zwei Londoner Klubs um den Titel. Chelsea trifft im Final auf den in der Liga abgeschlagenen FC Arsenal. Der FA-Cup ist praktisch die letzte Hoffnung von Arsenal-Trainer Arsène Wenger. Der Elsässer steht zurzeit heftig in der Kritik, den Rückhalt bei den meisten Fans hat er schon lange verloren.

Unsichere Zukunft: Arsenal-Coach Arsène Wenger.

Unsichere Zukunft: Arsenal-Coach Arsène Wenger.

Auf der anderen Seite pocht Chelsea auf das Double. Dieses wäre für Trainer Antonio Conte besonders prestigeträchtig, ist es doch erst sein erstes Jahr in England. Der Italiener kam erst im Sommer zu Chelsea.

Deutschland

Die Überraschung der Bundesliga-Saison 2016/17 ist auf jeden Fall der Aufsteiger RB Leipzig. 2009 gegründet, spielen die Ostdeutschen ihre erste Saison in der 1. Bundesliga. In dieser konnten sie sich direkt als erster Verfolger des FC Bayern München etablieren. Acht Punkte Rückstand sind aber immer noch zu viel, um den Münchnern ernsthaft gefährlich zu werden.

RB Leipzig ist der erste Verfolger der Bayern.

RB Leipzig ist der erste Verfolger der Bayern.

Umso spannender ist die Lage in der unteren Tabellenhälfte. Mit Borussia Mönchengladbach, Schalke 04, Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV stehen fünf ehemalige Top-Klubs auf den Plätzen neun bis 16. Wolfsburg und Hamburg sind akut vom Abstieg bedroht. Beide haben 33 Punkte auf dem Konto und nur ein Polster von einem Punkt auf den Relegationsplatz.

Die zwei direkten Abstiegsplätze belegen Ingolstadt und Darmstadt. Letztere haben zwar noch theoretisch Chancen auf den Klassenerhalt, diese dürften aber kaum realisierbar sein. Sogar Trainer Thorsten Frings meinte nach einer Niederlage Anfang März: «Ab sofort schauen wir nur noch auf uns und spielen auch nur noch für uns. Wir gehen in jede Partie, als sei es die letzte, und wir wollen jeden Gegner noch einmal so richtig ärgern» und erklärte so den Abstieg quasi für besiegelt.

Nach drei Penalty-Krimis im Final

Nach drei Siegen nach einem Penalty-Schiessen findet sich die Eintracht Frankfurt plötzlich im DFB-Pokal-Final. Das Team von Nico Kovac trifft in diesem Final auf Borussia Dortmund.

Eintracht Frankfurt steht im DFB-Pokal-Final.

Eintracht Frankfurt steht im DFB-Pokal-Final.

Diese spielten ihr Halbfinal am Mittwochabend, die Dortmunder gewannen auf dramatische Weise mit 3:2. Falls sich die Eintracht gegen Dortmund durchsetzen könnte, wäre es der erste grosse nationale Titel seit 1974, als die Frankfurter ebenfalls den DFB-Pokal gewannen.

Frankreich

Nach einem fulminanten Start in die Saison befindet sich Lucien Favres Nizza «nur» auf dem dritten Tabellenplatz, sechs Punkte hinter PSG und Monaco, die die Tabelle mit je 80 Punkten anführen. Nizza spielte eine phänomenale Hinrunde und wurde Herbstmeister, konnten aber diese Leistungen in der Rückrunde nicht aufrechterhalten. In 15 Spielen holte Nizza 30 Punkte. Das reichte nicht, um die Tabellenführung zu bewahren.

Lucien Favre wurde im Sommer als Trainer in Nizza vorgestellt.

Lucien Favre wurde im Sommer als Trainer in Nizza vorgestellt.

Nun kämpfen die AS Monaco und Paris Saint-Germain um den Titel. Die beiden Mannschaften konnten seit Mitte Februar jedes einzelne Liga-Spiel gewinnen. Die Pariser spielen am Sonntag gegen Nizza. Falls sie dieses Spiel nicht gewinnen, geht die Meisterschaft, falls sich Monaco keinen Ausrutscher erlaubt, höchstwahrscheinlich ins Fürstentum.

Wegweisendes Duell

Der Final des französischen Pokals findet am 27. Mai zwischen Paris Saint-Germain und der SCO Angers statt. Der SCO Angers liegt in der Meisterschaft nur auf dem 14. Rang und konnte sich auf dem Weg in den Final gegen Mannschaften wie EA Guingamp, Girondins Bordeaux und SM Caen durchsetzen.

Am 1. April gewann PSG den Liga-Pokal gegen die AS Monaco.

Am 1. April gewann PSG den Liga-Pokal gegen die AS Monaco.

Paris konnte sich gestern Abend für den Final qualifizieren. Im Halbfinal traf Paris auf den Meisterschaftskonkurrenten Monaco und gewann gleich mit 5:0. Monaco ist aber nur mit einer Ersatzmannschaft angetreten. Wird dieses Duell dennoch wegweisend sein?

Italien

Juventus Turin ist auf dem besten Weg, den sechsten Meistertitel in Folge feiern zu können. Die Turiner haben auf den zweitplatzierten AS Rom vier Spieltage vor Schluss acht Punkte Vorsprung. Die Römer werden den Turinern kaum noch gefährlich werden. Eindrücklich ist dabei die Heimstatistik von Juventus. Die Turiner konnten bis jetzt jedes einzelne Heimspiel gewinnen, 17 an der Zahl. Die Dominanz von Juventus in der italienischen Liga ist erdrückend.

Juventus Turin dominiert die italienische Liga.

Juventus Turin dominiert die italienische Liga.

Im Tabellenkeller ist es nicht viel spannender. Delfino Pescara steht schon als Absteiger fest, Palermo kann den Klassenerhalt theoretisch noch schaffen, realistisch ist das aber nicht. Auf dem drittletzten Rang hat der FC Crotone Platz gefunden. Der Aufsteiger hat fünf Punkte Rückstand auf den FC Empoli, der sich auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz befindet.

Drittes Double hintereinander

Im Cup (Coppa Italia) haben die Turiner die Chance, das Double zu sichern. Im Final treffen sie auf Lazio Rom, welches in den Halbfinal-Spielen den Stadtrivalen AS Roma eliminieren konnte. Im Falle eines Sieges wäre es für Juventus schon das dritte nationale Double hintereinander.