Tour de Suisse

Wenn weniger mehr sein soll: Tour de Suisse nur noch mit acht Etappen

Trotz schöner Landschaft und attraktivem Fahrerfeld: Die Tour de Suisse muss sich neu erfinden – und wird verkürzt.Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Trotz schöner Landschaft und attraktivem Fahrerfeld: Die Tour de Suisse muss sich neu erfinden – und wird verkürzt.Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Ab 2020 soll die Tour de Suisse nur noch 8 anstatt 9 Renntage umfassen. Der erste Samstag soll künftig einer Teampräsentation und einem umfangreichen Rahmenprogramm weichen, die den Velobreitensport fördern. Durch diese Veränderung könnten auch die Radsporttage Gippingen profitieren.

Auf den ersten Blick sorgte die Meldung für Stirnrunzeln: Die Tour de Suisse wird nur noch acht statt bisher neun Etappen umfassen. Ausgerechnet der punkto Zuschaueraufmarsch populäre erste Samstag wird gestrichen. «Neu finden die Profirennen der Landesrundfahrt von Sonntag zu Sonntag statt», heisst es in der offiziellen Mitteilung der Organisatoren. Weiter: «Das beliebte Startwochenende bleibt bestehen und bietet noch mehr Platz, um das gesamte Spektrum der Radsportbegeisterten abzudecken und einzubinden.»

Will heissen: Am Samstag wird zwar kein Rennen mehr gefahren, aber mit einer ausführlichen Teampräsentation und einem umfangreichen Rahmenprogramm, welches vor allem den Velobreitensport präsentieren und fördern soll, sollen einerseits die traditionellen Radsportfans bei der Stange gehalten, neu aber vor allem eine breitere Bevölkerungs- und Interessenschicht angesprochen werden.

Impressionen von der Tour de Suisse, die von Murten via Solothurn und Passwang (Fotos von der Durchfahrt beim Restaurant Alpenblick) nach Arlesheim führte. Mit kurzem Blitzbesuch von "Bergfloh" Beat Breu

Die Tour de Suisse wird um eine Etappe gekürzt.

Impressionen von der Tour de Suisse, die von Murten via Solothurn und Passwang (Fotos von der Durchfahrt beim Restaurant Alpenblick) nach Arlesheim führte. Mit kurzem Blitzbesuch von "Bergfloh" Beat Breu

Tour de Suisse und Tortour im selben Boot

Im Juni bekam die Landesrundfahrt mit dem Verein Tour de Suisse eine neue Trägerschaft. Durchgeführt wird das UCI World-Tour-Etappenrennen nach einem Jahr Unterbruch wieder unter der Leitung des Aargauers Olivier Senn sowie von Joko Vogel, dem Organisator der Tortour. Es soll entsprechend auch auf Stufe Organisation eine Kräftebündelung zwischen Spitzen- und Breitensport sein.

Das Motto lautet also «Addition durch Subtraktion». Oder anders ausgedrückt: «Weniger ist mehr». Die Tour de Suisse kam in den letzten Jahren finanziell auf keinen grünen Zweig mehr. Das Umfeld punkto Sponsoren wurde immer schwieriger. Entsprechend entschloss man sich nun, das Feld zu öffnen und den Anlass für eine breitere Zielgruppe attraktiver zu machen.

Die neue Ausrichtung des Startwochenendes stärkt letztlich auch die Schweiz als Austragungsort für Profi-Radsport. Allen voran die Radsporttage Gippingen sollten von der Verschiebung profitieren können, da das grösste Eintagesrennen der Schweiz, der Grosse Preis des Kantons Aargau, vom Donnerstag neu auf den Freitag rückt. Was einerseits bedeutet, dass die Radsporttage wieder kompakt an drei Tagen in Serie (Freitag bis Sonntag) stattfinden werden. Andererseits steigt durch die Rochade die Chance, dass die prominent besetzten World-Tour-Teams, die an der Tour de Suisse teilnehmen, als «Schweizer Aufgalopp» gleich auch noch in Gippingen an den Start gehen.

Gippingen, 13.06.2019. Sport, Radsport. Grosser Preis des Kantons Aargau. An den VIP-Gaesten zischt das geschlossene Feld vorbei. Copyright by: Alexander Wagner Gippingen, 13. Juni 2019. Rad, Radsport. Radsporttage Gippingen, Grosser Preis des Kantons Aargau 2019

Die Radsporttage Gippingen können wieder kompakt an drei Tagen durchgeführt werden.

Gippingen, 13.06.2019. Sport, Radsport. Grosser Preis des Kantons Aargau. An den VIP-Gaesten zischt das geschlossene Feld vorbei. Copyright by: Alexander Wagner Gippingen, 13. Juni 2019. Rad, Radsport. Radsporttage Gippingen, Grosser Preis des Kantons Aargau 2019

Für die Organisatoren in der Aargauer Radsporthochburg, die zuletzt sogar um den Fortbestand ihres Traditionsanlasses fürchten mussten, sind das gute Neuigkeiten. Zumal nicht auszuschliessen ist, dass sich in Zukunft noch weitere Synergien mit den Tour-de-Suisse-Veranstaltern ergeben könnten. Vorerst gilt deren Fokus aber ganz klar dem Hauptanlass.

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