Von Martin Kehrer

Aufgrund der ausgiebigen Regenfälle der letzten beiden Tage hatten die Bäche massives Hochwasser und die Läufe der 3. Etappe auf der Ruosalp mussten aus Vorsicht kurzfristig vor Ort abgesagt werden. Das Überqueren dieser reissenden Bergbäche wäre für Erwachsene und erst recht für Kinder lebensgefährlich gewesen. Die Läufe auf der Glattalp für die schwierigeren Kategorien konnten in Anbetracht der günstigen Wetterprognose trotzdem durchgeführt werden. Vom Sahli mussten die Teilnehmer knapp zwei Stunden (mit 700 m Höhendifferenz) an den Start auf der Glattalp aufsteigen, da die kleine Kabine der Glattalpbahn unmöglich alle Läufer hätte transportieren können.

Obschon das ganze Laufgelände auf der Glattalp unbewaldet ist, birgt es viele Tücken. Da auf dem karstig zerfurchten Boden stets auf die Füsse geachtet werden muss, kann man schnell in diesem fein gegliederten Gelände den Kartenkontakt verlieren und zwischen den falschen Felsen zu suchen beginnen. Und nicht zu vergessen: Nach dem Lauf mussten die Läufer und Läuferinnen selber wieder zum Sahli absteigen! Zum Glück konnten die Beine am folgenden Ruhetag ausgeruht werden.
Von den Säuliämtler Teilnehmern überzeugten an dieser Etappe Andi Müller, Knonau, als Sieger bei der Kategorie Herren Elite und erneut Lotti Spalinger, Hedingen, mit ihrem 3. Rang bei Damen 50.

4. Etappe: Transport im Armeecamion

Wegen Erdrutschen im Bereich der Axen- und Riemenstaldenstrasse als Folge der schweren Regenfälle vom Wochenanfang war die Zufahrt zur vorgesehenen Etappe «Lidernen» im Riemenstaldental nicht möglich. Die Organisatoren mussten deshalb in dieser schwierigen Problemsituation die Etappenreihenfolge umstellen und die vorgesehene Etappe vom 6. Tag im Hürital kurzfristig vorziehen. An dieser Etappe war auch der Transport der Läuferinnen und Läufer in kleinen Militärcamions eine grosse logistische Herausforderung.

Nach einem erholsamen Ruhetag wurden Muskeln und Geist erneut voll gefordert und die Wettkämpfer erlebten endlich einen wunderschönen Tag in alpinem Laufgebiet mit beeindruckender Gebirgskulisse. Den sportlich ambitionierten Läufern der schwereren Kategorien wurde ein konditionell sehr harter Lauf vom Chinzigpass über die Seenalp ins Liplisbühl mit 700 m Höhendifferenz ausgesteckt, während die kürzeren Strecken im Talgrund den Teilnehmern eine weniger anstrengende Aufgabe abverlangten.
In der Kategorie Herren Elite siegte Andreas Müller, Knonau. Aber auch August Grüniger, Rifferswil (H70), Walter Bickel, Mettmenstetten (H75), Lotti Spalinger, Hedingen (D50) und Lucia Hasler, Bonstetten (D60) konnten in ihren Alterskategorien gewinnen. Im Weiteren belegte Yvette Zaugg bei D60 den zweiten und Walter Schwarzenbach bei H70 den 5. Rang. Dies war somit der erfolgreichste Tag für die Läufer der OLG Säuliamt.

5. Etappe: Gibel ob Schwyz

Der «Gibel» liegt oberhalb Schwyz auf einer markanten bewaldeten Nase und ist begrenzt durch steile Flanken. Der zum Teil sehr dichte Mischwald mit steinigem, karstigem Untergrund erschwert die Belaufbarkeit enorm und die beschränkte Sichtweite zwang zu exakter Kartenarbeit. Da das Gelände aber auch von einem Wegnetz durchzogen ist, konnten die leichteren Bahnen ideal den unterschiedlichen Niveaus angepasst werden. Gewinnen konnte im «Gibel» nur, wer ruppiges Gelände und gleichzeitig feines Kartenlesen beherrschte. Auch an diesem Tag herrschte nochmals schönes, warmes Sommerwetter. August Grüniger und Lotti Spalinger siegten in ihren Kategorien erneut. Weitere Podestplätze erzielten Yvette Zaugg (2. D60) und mit 3. Plätzen Walter Bickel sowie Stefanie Steinemann, Bonstetten, bei Damen Elite.

6. Etappe: kurzfristig improvisiert erneut auf dem Gibel

An diesem Tag hätte eigentlich der Wettkampf im Riemenstaldental auf der Lidernenalp stattfinden sollen. Die erneut schlechte Wetterprognose und die erst behelfsmässig reparierte Strasse in das Riemenstaldental zwangen die Organisatoren nach Rücksprache mit Geologen aus Vorsicht zur Absage dieses Wettkampfortes. Mehrjährige Vorbereitungen und unzählige Arbeitsstunden fielen damit buchstäblich ins Wasser. Um den rund 3000 Teilnehmern trotzdem einen Wettkampf anbieten zu können, wurde in einer organisatorischen Meisterleistung über Nacht nochmals ein Lauf auf dem «Gibel» improvisiert.

Dies war möglich, weil den Läufern in einem am Vortag noch nicht benützten Bereich der Karte neue Aufgaben in noch unbekanntem, erneut sehr schwierigem Gelände gestellt werden konnten. Zum Glück setzte der Regen entgegen den Wetterprognosen auch erst im Laufe des Nachmittages ein.
An diesem Wettkampftag waren wiederum August Grüniger, Walter Bickel und Yvette Zaugg in ihren Kategorien siegreich. Andreas Müller (H-Elite) und Lucia Hasler (D60) belegten je 2. Plätze in ihren Kategorien und Stefanie Steinemann verpasste als 4. bei Damen Elite das Podest nur knapp.

Todesfall am 3. Wettkampftag

Die internationale Orientierungslaufwoche «Swiss-O-Week» fand mit dieser Etappe einen unvorhergesehenen, improvisierten Abschluss. Die Veranstaltung war durch die mässig günstigen Wetterbedingungen und die dadurch nötigen Umstellungen beeinträchtigt, sowie durch den Todesfall eines älteren, ausländischen Teilnehmers am 3. Wettkampftag getrübt. Den mutigen Organisatoren dieser denkwürdigen Veranstaltung sei für die mehrjährige, schwierige Arbeit gedankt.

In der Gesamtwertung der Läufe dieser Woche konnten August Grüniger und Walter Bickel in ihren Kategorien H70 bezw. H75 gewinnen. Zweite Plätze belegten Andreas Müller (Herren Elite), Lotti Spalinger (D50) und Lucia Hasler (D60). Yvette Zaugg erlief bei D60 den dritten Rang. Weitere Top-Ten- Rangierungen erreichten Stefanie Steinemann als Vierte bei Damen Elite und Sandro Vock (H16) sowie Walter Schwarzenbach (H70) als jeweils Achte ihrer Kategorie.