Zum Geburtstag gabs einen neuen Namen

Mit Begeisterung dabei: Alexa Monnet, von Beruf Sozialarbeiterin, führt seit letztem Jahr den Plusport Behinderten-Sportverein Solothurn. gku

Alexa Monnet

Mit Begeisterung dabei: Alexa Monnet, von Beruf Sozialarbeiterin, führt seit letztem Jahr den Plusport Behinderten-Sportverein Solothurn. gku

Mit einer grossen Reise und neuen Trainingsanzügen feiert der Sportclub für Behinderte sein 50-jähriges Bestehen dieses Jahr. Mit «Plusport» gabs auch noch einen neuen Namen.

Gundi Klemm

«Bewege fägt», darin sind sich alle Teilnehmenden von «Plusport» einig, und so sind die meisten dem Behindertensport seit langem treu verbunden. Früher fanden die Turnstunden unter dem Namen Sportclub für Behinderte Solothurn (SBS) statt. Der siebenköpfige Vorstand unter dem Präsidium von Alexa Monnet nahm das jetzt laufende Jubiläumsjahr zum Anlass, Namen und Logo zu ändern. «Wir entsprechen so dem Erscheinungsbild unseres schweizweit tätigen Dachverbandes», so Monnet, die den Club seit 2008 führt.

Im breiten Angebot an Sport und Aktivitäten, von dem 90 Vereinsmitglieder profitieren, hat sich indes nichts geändert. Ein 11-köpfiges Leitungsteam betreut allwöchentlich eine Turngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung, Sporttreibende mit körperlicher Einschränkung, Schwimmerinnen und Schwimmer mit leichten körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen und seit drei Jahren auch 15 Kinder und Jugendliche in einer heterogen zusammengesetzten Gemeinschaft. Früher wurde vor allem die Werkhofturnhalle genutzt, inzwischen fühle man sich in der Vorstadt-Turnhalle und im Schwimmbad Zuchwil heimisch.

Sport ist wichtig, aber nicht alles

Neben den Sportlektionen bietet das Jahresprogramm eine Fülle von Kontaktmöglichkeiten. «Gerne treffen sich die Erwachsenen nach dem Sport noch zu einem geselligen Zusammensein», weiss Alexa Monnet. Fest verankert in den Aktivitäten sei die alljährliche Teilnahme am nationalen Sporttag für Behinderte in Magglingen, der wie auch jener von diesem Jahr stets sehr eindrücklich verlaufe. Viel Beifall heimsten jene 17 eifrigen Mitglieder von «Plusport» Solothurn ein, die bereits zum zweiten Mal mit gutem Ergebnis am Swiss Walking Event in Solothurn mitmachten.

Fix in der Club-Agenda stehen die Generalversammlung, der Jahresschluss-Höck und ein gemeinsamer Anlass aller Mitglieder, sei es in einer Waldhütte oder einem Vereinslokal. «So waren wir schon bei einer Hornusser-Gesellschaft eingeladen, die uns liebenswürdig in ihr Spiel einführte», berichtet sie, die um vielfache Vernetzung mit Vereinen bemüht ist.

Anerboten für ein fröhliches gemeinsames Fussball-Match mit einer Behindertengruppe hat sich bereits der FC Biberist. Dank grosszügigen Sponsoren konnte der gesamte Verein Anfang September eine Jubiläumsreise nach Schaffhausen und an den Bodensee unternehmen. Die im Jubiläumsjahr angeschafften Trainingsanzüge symbolisieren laut Monnet zudem den Gemeinschaftsgeist im Club.

Sportlich und menschlich fördern

Das Leiterteam ist für seine anspruchsvollen Aufgaben speziell aus- und weitergebildet. Der Dachverband Plusport organisiert Basiskurse und Sportfachkurse, um das nötige Rüstzeug zu vermitteln - ermöglicht werden die Kurse durch Subventionen und Sporttoto. Zusätzlich absolvieren Vorstand und Team regelmässig ein Notfalltraining, um damit den besonderen Bedürfnissen der Sporttreibenden zu entsprechen.

Jedem Verantwortlichen steht ein laufend aktualisiertes Dossier zur Verfügung, damit die bekannten Krankheitsbilder der Teilnehmenden richtig eingeschätzt werden können. «Zum Glück ist bisher bei uns nichts passiert», sagt Monnet. «Aber auf alle Fälle vorbereitet zu sein, gibt uns Sicherheit.» Man geniesse grosses Vertrauen bei den Vereinsangehörigen.

«Wir Leiterinnen und Leiter hören gut zu, was uns an geselligen Zusammenkünften und im Anschluss an die Turnstunden erzählt wird», unterstreicht sie eine zusätzlich wichtige Aufgabe in der Betreuung. Über offene Aggressionen gegenüber Behinderten sei im Verein noch nicht geklagt worden. «Wir machen aber auf mögliche Gefahrenquellen aufmerksam und insbesondere auf das gelegentlich grenzenlose Zutrauen bei Menschen mit geistiger Behinderung.»

Die Vereinsmitglieder, die einen Jahresbeitrag von 80 Franken bezahlen, leben mehrheitlich selbstständig oder in ihren Familien. Einige wohnen auch in Institutionen, die diese Möglichkeit zur Integration unterstützen. «Uns geht es darum, die vorhandenen Fähigkeiten zu fördern, die körperliche Fitness durch ein vielfältiges Angebot mit Spass an der Bewegung zu erhalten und dort auch zu individuellen Leistungen anzuregen.» Der motivierendste Lohn für die Sportgruppenleitung liegt gemäss Monnet in lachenden Gesichtern nach den sportlichen Treffen und der oft gehörten Feststellung «es ist wieder schön gewesen».

Kontaktadresse Wer sich für den Verein interessiert erhält unter plusport-so@gmx.ch Infos.

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