Die Young Boys erwischten im Hinspiel der letzten Qualifikationsrunde für die Champions League einen traumhaften Start. Mit starkem Pressing und schnellen Kombinationen überforderten sie das Starensemble aus dem Norden Londons so wie es keiner der über 30 000 Zuschauern im Stade de Suisse erwartet hatte. Und YB war nicht nur optisch überlegen, sondern nutzte seine Torchancen auch noch konsequent. In der erste halben Stunde resultierten aus vier Möglichkeiten drei Tore und ein Pfostenschuss.

Nach weniger als zwei Minuten landete ein Weitschuss von Senad Lulic an der Torumrandung und weitere 120 Sekunden später bekam der Bosnier die nächste Möglichkeit. Ein Prellball landete vor seinen Füssen -- 1:0 für YB. In der 13. Minute hatte dann Goalgetter Henri Bienvenu seinen grossen Auftritt. Nach einem Ballverlust des Tottenham-Mittelfelds gewann der Kameruner das Laufduell gegen den englischen Captain Michael Dawson klar und überwand auch noch den brasilianischen Keeper Heurelho Gomes. Mitte der zweiten Halbzeit hätte Bienvenu einen zweiten Treffer nachlegen können; sein Kopfball flog knapp über die Latte.

Angeführt vom überragende Thierry Doubaï machte YB den englischen Stars eine halben Stunde lang das Leben äusserst schwer. Der letztjährige Vierte der Premier League konnte sich kaum mal dem Berner Tor annähern. Der Mexikaner Givanni Dos Santos war der einzige, der Marco Wölfli in der Anfangsphase zu einer Parade zwingen konnte. Den Beweis, dass die ersten 30 Minuten YB-Minuten waren, erbrachte Xavier Hochstrasser. Nach einem herrlichen Pass in die Tiefe von Moreno Costanzo schoss er zum 3:0 ein.

Es konnte nicht so weitergehen, dafür ist Tottenham zu gut besetzt. Und tatsächlich langsam aber stetig wurden die Gäste stärker und bekamen die Partie besser in den Griff. Der Kameruner Sébastien Bassong köpfelte kurz vor der Pause einen Eckball zum Anschlusstreffer ein. Nach dem Seitenwechsel häuften sich die gefährlichen Angriff der Spurs, und in der 83. Minuten fiel das 2:3 durch einen herrlichen Schuss des Russen Roman Pawljutschenko. Es war umso ärgerlicher für die Berner, als kurz zuvor der eingewechselte Christian Schneuwly zweimal aus aussichtsreicher Position gescheitert war.

Das 3:2 ist für YB zweifelos ein Prestigesieg, aber keine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel. Tottenham reicht am Mittwoch in einer Woche an der White Hart Lane bereits ein 1:0- oder 2:1-Sieg zum Weiterkommen.

Young Boys - Tottenham Hotspur 3:2 (3:1).

Stade de Suisse. - 30'166 Zuschauer. - SR De Bleeckere (Be). - Tore: 4. Lulic (Assist Thierry Doubaï) 1:0. 13. Bienvenu (Thierry Doubaï) 2:0. 28. Hochstrasser (Costanzo) 3:0. 42. Bassong (Corner Bale) 3:1. 83. Pawljutschenko (Keane) 3:2.

Young Boys: Wölfli; Sutter, Affolter, Jemal, Spycher; Hochstrasser, Thierry Doubaï; Degen (90. Raimondi), Costanzo (65. Christian Schneuwly), Lulic; Bienvenu.

Tottenham: Gomes; Corluka, Dawson, Bassong, Assou-Ekotto (36. Huddlestone); Dos Santos, Palacios, Modric (46. Kranjcar), Bale; Pawljutschenko, Defoe (66. Keane).

Bemerkungen: Young Boys ohne Dudar und Lingani, Tottenham ohne Bentley, Jenas, King, O'Hara und Woodgate (alle verletzt). 2. Pfostenschuss von Lulic. Verwarnungen: 4. Assou-Ekotto. 68. Bassong. 72. Bienvenu (alle wegen Fouls).