YB spielt gegen Luzern die wichtigste Partie der Saison

Im August hat YB in Emmenbrücke gegen Luzern 2:1 gewonnen. Ein Sieg ist auch heute Pflichtl, wollen die Berner Meister werden. Gerade das macht das Spiel so schwierig für YB, wohl zum schwierigsten in der laufenden Saison.

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Die wichtigste Saisonpartie

Die wichtigste Saisonpartie

Markus Brütsch,

Verkrampft? Verbissen? Hektisch? Nervös? Nichts von alledem! Kurz vor dem ersten der mutmasslichen zwei Meisterschaftsendspiele in Emmenbrücke gegen Luzern und in Bern gegen Basel ist die Ambiance im Training der Young Boys gut.

Zumindest im ersten Teil erinnert die ausgelassene Stimmung gar ein bisschen an eine Schulklasse, die sich auf den Höhepunkt des Jahres, die Schulreise, freut. David Degen ruft zum Tessiner Teamkollegen Maurizio Lustrinelli: «Gut gemacht, Fulvio Pelli!» Und zu François Affolter nach einem Missgeschick: «Was, du willst zur WM nach Südafrika?»

Dass Degen selbst auch gerne mit dem Nationalteam nach Südafrika gereist wäre, versteht sich. Dass er aber nicht in Ottmar Hitzfelds Aufgebot vorgekommen ist, hat ihn nicht überrascht. Umso mehr will er nun «ums Ver...» mit den Young Boys Meister werden.

Stimmung in der Garderobe ist glänzend

Dies will selbstredend auch Xavier Hochstrasser. Der 21-jährige Aufbauer erachtet in seiner vierten Saison bei YB die Zeit gekommen, einen Titel zu gewinnen. Er bestätigt den Eindruck, den das Team im Morgentraining hinterlassen hat: «Auch in der Garderobe ist die Stimmung glänzend.»

Natürlich wissen die Berner, dass mit einer guten Stimmung allein keine Meisterschaft gewonnen wird. «Wir haben aus dem verlorenen Cupfinal im letzten Jahr gelernt», sagt Hochstrasser. Der Genfer denkt, dass die Mannschaft diesmal zwar konzentriert, aber eben auch unverkrampft ihr Ziel ansteuert. «Wir sind jung und haben keine Angst», sagt Hochstrasser. «Wir wissen aber, welch schwierige Aufgabe uns in Luzern erwartet. Der Gegner ist stark und das Terrain klein und uneben.»

«Der Rasen ist für beide Teams derselbe»

Vladimir Petkovic sagt unmissverständlich: «Der Rasen ist für beide Teams derselbe. Das Spiel gegen Luzern ist für uns das wichtigste in dieser Saison.» Der YB-Trainer ist zufrieden damit, dass sich die personelle Situation verbessert hat und Scott Sutter und Seydou Doumbia die Trainingseinheit vollständig absolvieren konnten. «Wir haben nun einen gesunden Konkurrenzkampf», sagt Petkovic. Und mit Doumbia nach dessen Nomination ins vorläufige WM-Kader der Elfenbeinküste einen Akteur mit einem zusätzlichen Motivationsschub.

Auch wenn aus YB-Sicht ein Unentschieden gegen Luzern ein gutes Ergebnis wäre, weil dann in der Finalissima gegen Basel ein nächstes Remis zum ersehnten Titelgewinn reichen würde, sagt Petkovic: «Wir sind keine Mannschaft, die auf Unentschieden spielen kann.» Und er sagt auch: «Es ist zwar schwierig zu glauben, dass Basel gegen Xamax nicht gewinnt, aber falls es doch passieren sollte, dann müssen wir bereit sein, schon am Donnerstag Meister zu werden.»