Xherdan Shaqiri
Xherdan Shaqiri empfiehlt sich definitiv für die WM

Morgen entscheidet der Nati-Coach Ottmar Hitzfeld, wen er mit an die Fussball-WM nach Südafrika nimmt. Seit gestern ist klar: Den Basler Xherdan Shaqiri kann er nicht zuhause lassen. Er war der überragende Mann im Cup-Final.

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Fabian Kern

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld verbrachte gestern Nachmittag auf der Tribüne des St.-Jakob-Parks einen höchst aufschlussreichen Nachmittag. Gleich drei potenzielle WM-Kandidaten drängten sich fürs Aufgebot, das morgen bekannt gegeben wird, auf. Allen voran einer, den mancher nicht mehr ernsthaft auf dem Zettel für Südafrika hatte.

Egal, ob links oder rechts, was Xherdan Shaqiri gegen Lausanne-Sport kreierte, hatte Hand und Fuss. Zum Beispiel in der 30. Minute. «Ich habe den Ball angenommen, bin zur Mitte gezogen und habe geschossen», beschreibt Shaqiri gewohnt nüchtern sein Tor zum 2:0. Der nur 1,68 Meter grosse Mittelfeldspieler ist kein Mann der grossen Worte. Er lässt lieber sein Spiel sprechen, und das ist wunderbar.

«Ein Traum in Erfüllung gegangen»

Wie der 18-Jährige nach der Pause die Lausanner Verteidigung narrte und danach noch die Übersicht besass, den einschussbereiten Scott Chipperfield in der Mitte mit einem Lupfer anzuspielen, war schlicht grossartig. Mit dieser Leistung hat sich Shaqiri selbst das grösste Geschenk gemacht. «Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen. Den Pokal halten zu dürfen, war einfach unbeschreiblich», meint der Augster strahlend.

Der Cupsieg könnte für Shaqiri der Auftakt für wunderbare Wochen sein. Nicht nur die Chance, in seinem jugendlichen Alter bereits das Double zu erreichen, sondern gar noch ins WM-Aufgebot von Ottmar Hitzfeld zu rutschen, ist realistisch. Denn in der gegenwärtigen Form kommt der Nationaltrainer nur schwer um den Senkrechtstarter herum. Gestern wurde Shaqiri mit Standing Ovations vom Platz begleitet.

Auch Frei und Stocker stark

Noch grösser war der Applaus im Stadion in der 67. Minute. Alex Frei betrat nach über zweieinhalb Monaten Verletzungspause den Platz. «Die Mannschaft hat mir mit der 4:0-Führung einen grossen Dienst erwiesen. Wer weiss, ob ich sonst überhaupt eingewechselt worden wäre», sagt der 30-Jährige. Die mangelnde Spielpraxis liess sich der Stürmer nur in wenigen Szenen anmerken. Beeindruckend war aber, dass Frei mit der Vorarbeit zu Valentin Stockers 3:0 und zu Benjamin Huggels 6:0 bereits wieder Entscheidendes leistete. «Das war ein wichtiges Zeichen für Ottmar Hitzfeld», meint der Nationalmannschaftscaptain.

Doch damit nicht genug der WM-Kandidaten. Auch Valentin Stocker zeigte sich sehr trickreich und torgefährlich. Für den Krienser war dieser Cupfinal etwas ganz Besonderes. «Vor zwei Jahren musste ich von der Tribüne aus zuschauen, deshalb war ich heute doppelt motiviert», meint der zweifache Torschütze, der in seinem dritten Profijahr seinen dritten Titel gewann. Nun sei der Druck vor dem Meisterschaftsfinal etwas weg. Aber auch der 21-Jährige gibt Hitzfeld noch etwas Denkarbeit: «Wenn ich nicht an der WM dabei bin, kann ich mir nichts vorwerfen. Ich habe alles dafür getan.»