Wohlen hat keine Angst vor Lugano

Nach dem 1:2 beim Aufsteiger Delémont ist der FC Wohlen im ersten Heimspiel der Saison gegen Lugano Aussenseiter. Wird Torhüter Jayson Leutwiler gegen den Aufstiegsfavoriten zum grossen Rückhalt? Er ist ein Kandidat fürs U21-Nationalteam

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Jayson Leutwiler

Jayson Leutwiler

Aargauer Zeitung

Ruedi Kuhn

Der FC Wohlen und seine Torhüter? Das ist eine spezielle Geschichte. Ende letzter Saison sorgte der Abgang von Reto Felder für viel Gesprächsstoff. Vor allem bei den Fans. Sie hatten ihren Reto einfach ins Herz geschlossen. Wie sagten die treuen FCW-Anhänger so schön: «Der Reto, der war halt einer von uns.»

Nun ist Reto Felder weg. Und Jayson Leutwiler ist da. Der Neue schmunzelt und sagt: «Natürlich weiss ich, dass Felder der Lieblingsspieler des Publikums war. Ich akzeptiere das auch. Ich will mir bei den Zuschauern mit konstant starken Leistungen Respekt verschaffen.» Gegen Delémont zählte der Neue trotz der 1:2-Niederlage zu den besten Wohlern.

Noch mehr gefordert

Im Heimspiel gegen Lugano dürfte Leutwiler noch mehr gefordert sein als gegen die Jurassier. «Das Positive ist», sagt er, «dass wir gegen den Aufstiegsfavoriten nichts zu verlieren haben. Wir dürfen keine Angst haben. Ich freue mich auf Lugano.»

Leutwiler ist eine imposante Erscheinung. Der 1,94 Meter grosse und 82 Kilogramm schwere Modellathlet würde wohl auch auf dem Laufsteg gute Figur machen. Der 21-Jährige hat allerdings andere Ziele und nennt diese gleich selbst: «Ich will Karriere machen. Wichtig ist es, dass ich auf dem Weg nach oben nicht die Geduld verliere.» Ambitionen hat Leutwiler nicht nur beim Freiämter Challenge-League-Klub, sondern auch bei der Schweizer U21-Nationalmannschaft.

Schon bald in der U21-Nati?

Gut möglich, dass er von Trainer Pierluigi Tami im nächsten Aufgebot berücksichtigt wird. Grösster Konkurrent von Leutwiler dürfte Basels Yann Sommer sein. Bezüglich Selbstvertrauen und Ausstrahlung hat Leutwiler in letzter Zeit deutlich dazugewonnen.

Das Goalietalent ist durch und durch Profi. Wichtig ist für ihn, dass das Umfeld stimmt. So verbringt er in seinem Wohnort Basel viel Zeit mit Freundin Vanessa und besucht wenn immer möglich seine Eltern in Neuenburg. Was seine Laufbahn als Berufsfussballer betrifft, überlässt er nichts dem Zufall und wird von Stefan Meier und Gaetano Giallanza von der Agentur Preemstar beraten.

Vertraglich ist Leutwiler bis 2013 an den FC Basel gebunden. Vielleicht tritt das Talent schon bald aus dem Schatten seines Vorbilds Edwin van der Saar. «Es wäre fantastisch», sagt Leutwiler, «wenn ich Manchester United und van der Saar in einem Heimspiel im Old Trafford erleben könnte.»

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