FC Aarau
Wo ist das Transferbömbeli?

Eine Woche vor dem Meisterschaftsauftakt mit dem Heimspiel gegen GC empfängt der FC Aarau in einem Testspiel den Uefa-Cup-Sieger Schachtjor Donezk. Die Kernfrage lautet: Wer schiesst die Tore?

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Patrick Bengondo

Patrick Bengondo

Aargauer Zeitung

Ruedi Kuhn

Die News an der gestrigen Medienkonferenz des FC Aarau war zwar nicht der ganz grosse Hit, aber immerhin: Der Vertrag mit Patrick Bengondo wird um zwei Jahre verlängert. Damit dürfte der 27-jährige Kameruner zu Beginn der Saison zum grossen und vielleicht sogar einzigen Hoffnungsträger in der Offensive werden.

Wer stürmt neben Bengondo?

Wer aber stürmt neben dem kopfballstarken Bengondo? Der Brasilianer Bruno ist mangels Fitness kein Thema mehr. Julian Esteban und Thomas Häberli haben abgesagt. Spielt Neucaptain Sandro Burki im 4-4-1-1-System den Part hinter der Spitze? Oder zaubert Sportchef Fritz Hächler in den nächsten Tagen doch noch einen Topmann aus dem Hut? So wie er das vor zwei Jahren mit Goalgetter Cristian
Ianu geschafft hat. Präsident Alfred Schmid spricht Klartext: «Uns fehlt momentan tatsächlich ein schlagkräftiger Stürmer. Natürlich möchten wir möglichst rasch eine Transferbombe landen, vielleicht wirds diesmal aber nur ein Bömbeli.»

Guter Rat ist teuer

Wo aber ist dieses Bömbeli? Mit einem Budget von 4,8 Millionen Franken für die erste Mannschaft ist guter Rat teuer. Und wer bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Stürmer von Format verpflichtet hat, wirds eh schwer haben.

Klar ist, dass die Abgänge der Teamstützen Ianu, Rogerio, Paulo Menezes, Mario Mutsch, Kristian Nushi und Frédéric Page zu einem Substanzverlust führen. Bezüglich Zuzüge ist der frühere Vaduzer Mittelfeldspieler Michele Polverino der einzige sichere Wert. Ob die beiden Moldawier Alexejew und Ionita und der Deutsche Stoll Super-League-Niveau haben, muss sich erst zeigen. Zumindest auf dem Papier sind die Unabsteigbaren wie so oft Abstiegskandidat Nummer eins.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Präsident Schmid hofft trotzdem, dass Aarau nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird: «Um den Titel spielen wir zwar nicht mit, aber ein Platz zwischen fünf und acht soll es am Ende schon sein.» Wer sich den neuen FC Aarau anschauen möchte, kann das morgen im Testspiel gegen Schachtjor Donezk tun. Das Spiel gegen den Uefa-Cup-Sieger aus der Ukraine, der mit all seinen Stars antreten wird, findet im Brügglifeld statt und beginnt um 18 Uhr.

Eine Woche später gilts dann ernst. Das Startprogramm mit den Spielen gegen die Grasshoppers, den FC Basel und die Young Boys hat es in sich. Dass die Aarauer mit Emir Sinanovic, Frédéric Schaub, Tobias Müller, Joël Mall und Sascha Studer gleich fünf Nachwuchsspieler im aktuellen 19-Mann-Kader haben, ist zwar lobenswert, aber auch mutig. Rasse ist zwar gut, Klasse aber besser. Cheftrainer Jeff Saibene steht zweifellos vor einer schwierigen Aufgabe.

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