Tennis
Wimbledon: Isner und Mahut spielen bereits seit zehn Stunden

Während sich Roger Federer sich gegen den Serben Ilija Bozoljac beim 6:3, 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (7:5) erneut schwer tat, lieferten Nicolas Mahut und John Isner die Show. Sie spielten nicht mal einen Satz, bei 59:59 war Schluss.

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John Isner liefert sich mit Nicolas Mahut ein episches Duell

John Isner liefert sich mit Nicolas Mahut ein episches Duell

Keystone

Michael Wehrle, Wimbledon
Nach vier Sätzen hatten die Beiden am Montag den Platz verlassen, es wurde zu Dunkel in Wimbledon. Und auch gestern fanden sie kein Ende. Beim Stande von 59:59 war das Spektakel nach sieben Stunden und sechs Minuten vorbei, heute gehts weiter. Insgesamt dauert die Partie schon zehn Stunden. Gemeinsam haben sie 193 Asse geschlagen, Isner 98 und Mahut 95.

Sie schlichen nur noch über den Rasen, sie konnten den Arm kaum noch zum Aufschlag heben. Die Fans drängten sich um Court 18, wollten bei der Rekordjagd nichts verpassen. Die Kontrahenten beeindruckten mit ihrer Konzentration, wenn sie servieren mussten. Dazwischen streuten sie auch längere, durchaus schöne Ballwechsel ein. Die Fans dankten es mit Standing Ovations und der «Welle.» Vier Matchbälle wehrte Mahut ab.
Schiedsrichter Mohamed Lahyanis Stimme schien bald einmal zu versagen. Bei brütender Hitze hatte die Partie um 14 Uhr begonnen, mehr als sechs Stunden später zog sich Lahyani sein Jackett an. Es war kühler geworden, die Sonne war längst verschwunden, über der Anlage an der Church Road leuchtete bereits der Mond.

«Die sollen sich bei 50:50 auf einen Tiebreak einigen», schlug Novak Djokovic vor, als es 48:47 stand. Phantastisch sei es, wie sie ihren Service hielten, beide dürften sich als Sieger fühlen. «Ich liebe das», sagte Federer schmunzelnd. Beim Stand von 11:11 habe er selbst seine Partie auf Court 1 begonnen. «Es ist ein Wahnsinn, hoffentlich gibt es bald einmal ein Ende», sagte Federer beim Stand von 57:56.
Wenig später liess sich Mahut zum ersten Mal kurz massieren. Bei 58:58 verschwanden die Helden ganz kurz in der Kabine, um sich frisch zu machen. «Das Tennis ist der Sieger», lobte TV-Kommentator John McEnroe und staunte über die Fitness von Mahut. Der hatte in der zweiten Runde der Qualifikation mit 24:22 den entscheidenden Satz gegen den Briten Alex Bogdanovich gewonnen und dann in fünf Sätzen den Österreicher Stefan Koubek geschlagen.

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