Die Uruguayer führten die Entscheidung zum völlig verdienten Erfolg nach der Schweizer Führung durch Gökhan Inler (Foulpenalty/29.) und dem Ausgleich durch Diego Forlan (35.) nach der Pause herbei. Ajax-Topskorer Luis Suarez traf im Anschluss an einen Corner von der Strafraumgrenze mit einem Gewaltsschuss unter die Latte (49.). Und drei Minuten vor dem Ende schob Palermos Stürmer Edinson Cavani nach einer Verwirrung in der Schweizer Abwehr aus fünf Metern ins Tor.

Die zweite Niederlage in Serie nach dem 0:1 im Test vom November gegen Norwegen liess die Schweizer mit langen Gesichtern vom Platz schleichen. Die vielen Absenzen wogen zu schwer. Die im Vergleich zur Stammelf auf sieben Position umbesetzte Equipe fand nie ins Spiel und kam nach 29 Minuten ziemlich glückhaft und unerwartet zur Führung. Marco Streller, der von einem kleinen Teil des St. Galler Publikums in der Anfangsphase bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde, drehte sich im Zweikampf in Uruguays Diego Godin und erreichte, was er wollte: den Penaltypfiff des Schiedsrichters, weil der Verteidiger ihn zu Boden riss. Gökhan Inler, der erstmals als Captain auflief, übernahm die Aufgabe und verwertete sicher.

Weil aber die Abwehr der Schweizer auch nach der Führung zu viele Löcher offenbarte, konnte das 1:0 nicht lange Bestand haben. Debütant Jonathan Rossini unterlief in der 34. Minute ein Abspielfehler, worauf die Uruguayer den Angriff über links vortrugen. Lichtsteiner liess Alvaro Pereira ungehindert Flanken, und in der Mitte kamen Valon Behrami und vor allem Reto Ziegler gegen Uruguays Starstürmer Diego Forlan zu spät - 1:1.

Forlan hatte vor der Pause nochmals zwei Chancen, doch es blieb vorerst beim Unentschieden. Das 1:1 war nach den ersten 45 Minuten das beste aus Schweizer Sicht. Die Equipe von Ottmar Hitzfeld war der Nummer 5 Südamerikas unterlegen - vor allem spielerisch. Sie hatte keinen Nicolas Lodeira, der dem Aufbau der Uruguayer einen Sinn gab. Gökhan Inler war im Schweizer Zentrum zwar bemüht, die Captainbinde zu ehren und trat als Kopf der Mannschaft auf, kreative Momente gab aber auch der Udinese-Söldner nicht zum Besten. Pirmin Schwegler an seiner Seite blieb völlig blass.

Und die Debütanten? Jonathan Rossini Auftritt schwankte zwischen solide bis ungenügend. In zwei Aktionen zeigte der Tessiner saubere Abwehrarbeit gegen Uruguays Top-Stürmer Forlan. In anderen Szenen wirkte er indes wirr. Schon nach sechs Minuten wurde er verwarnt, später unterlief ihm der Fehler zum 1:1. Xherdan Shaqiri begann frech mit Zug zum gegnerischen Tor. Er erarbeitete sich die erste Schweizer Chance in der 10. Minute. Doch je länger sein Auftritt dauerte - und vor allem nach der Rochade mit Behrami auf die rechte Seite - tauchte der Basler ab. Rossini und Shaqiri wurden beide nach der ersten Halbzeit ausgewechselt.

Nach der Pause kam auch Davide Chiumiento zu seinem Debüt. Der Luzerner offenbarte in einer Handvoll Aktionen stupende Ballkontrolle. Das kannte man von ihm. In der gegnerischen Zone ging von ihm jedoch auch keine Gefahr aus. Immerhin leitete Chiumiento in der 61. Minute den schönsten Angriff der Schweizer ein. Doch nach dem Vorstoss von Behrami und der Flanke von Tranquillo Barnetta verpasste Albert Bunjaku den Ball wenige Schritt vor dem Tor.

Schweiz - Uruguay 1:3 (1:1).

AFG-Arena, St. Gallen. - 12 540 Zuschauer. - SR Rizzoli (It). - Tore: 29. Inler (Foulpenalty) 1:0. 35. Forlan 1:1. 49. Suarez 1:2. 87. Cavani 1:3.

Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner, Rossini (46. Von Bergen), Grichting, Ziegler (46. Spycher); Behrami (75. Fernandes), Inler, Schwegler (46. Chiumiento), Shaqiri (46. Barnetta); Streller (46. Bunjaku), Derdiyok.

Uruguay: Muslera; Maximiliano Pereira, Scotti, Godin, Fucile; Perez, Gargano (63. Rios), Alvaro Pereira (72. Rodriguez); Lodeiro (46. Martinez, 82. Fernandez); Forlan (46. Abreu), Suarez (63. Cavani).

Bemerkungen: Schweiz ohne Frei, Benaglio, Nkufo, Huggel und Senderos (alle verletzt), Uruguay ohne Lugano und Caceres (beide verletzt). Schweizer Ersatzspieler: Leoni, Padalino. Verwarnungen: 6. Rossini (Foul). 85. Fernandes (Foul).