«Boys of Summer» werden die Baseballspieler in den USA genannt und der Sport selber als des Amerikaners liebster Zeitvertreib verkauft. Am Montag stimmte beides nicht.

Zum Heimspiel der White Sox war das Guaranteed Rate Field in Chicago beinahe menschenleer. Das hatte zum einen mit den Temperaturen zu tun. In der «Windy City» war's alles andere als sommerlich, sondern knapp über null Grad kalt. Die Cubs, das andere MLB-Team in Chicago, sagten ihr Heimspiel am gleichen Tag ab.

Hinzu kam, dass die White Sox ihre drei ersten Heimspiele der neuen Saison in den vier Tagen zuvor alle verloren. Drei Mal waren die Detroit Tigers stärker. Das dürfte manchen Fan verärgert haben.

 

Nicht einmal die Tatsache, dass mit den Tampa Bay Rays ein Team mit der Startbilanz von einem Sieg und acht Niederlagen kam, lockte mehr Fans ins Stadion. Und solche, die wollten, konnten vielleicht nicht – wer setzt schon eine Meisterschaftspartie auf Montagnachmittag, 13.30 Uhr an?! Jene Sport-Liga, die keinen anderen Ausweg sieht, weil ihre Teams alleine in der Qualifikation schon sagenhafte 162 Spiele bestreiten.

Die offizielle Zuschauerzahl wurde, obwohl die Bilder eine andere Sprache sprechen, mit 10'377 angegeben. Gemäss der Tampa Bay Times sollen hingegen lediglich 974 Fans beim Spiel gewesen sein.

Und sie kamen, sofern sie den Chicago White Sox die Daumen drückten, nicht einmal auf ihre Kosten. Denn die Rays entführten die Punkte dank einem 5:4-Sieg.

Gestern doppelten sie im zweiten Vergleich vor offiziell erneut nur 10'069 Zuschauern mit einem 6:5-Erfolg nach und heute strebt das Team aus Florida im dritten Vergleich den dritten Sieg an. Zuschauer könnte es diesmal mehr haben – denn die White Sox führen den «1 $ Hot Dog Wednesday» durch. (ram)