Der 27-jährige Titelverteidiger aus Norwegen erspielte sich nach der Eröffnung zwar einen Vorteil, doch den gab er durch hektisches Spiel letztlich wieder her. Carlsen, der sich am Ruhetag am Dienstag beim Fussballspielen am Auge verletzt hatte, wählte wie in der vierten Partie die englische Eröffnung und eine harmlose Variante. Allerdings hatte er sie so gut vorbereitet, dass er die ersten 17 Züge im Blitztempo absolvierte und seinen amerikanischen Gegner zeitlich unter Druck setzte.

Diese Strategie lohnte sich zunächst, denn Caruana setzte im Mittelspiel ohne Not ungenau fort. Carlsen besass die bessere Bauernstruktur und den besseren Läufer. Anstatt geduldig zu lavieren, preschte er ungeduldig mit dem h-Bauern vor.

Damit wollte Carlsen die Königsstellung seines Gegner schwächen, doch er erreichte genau das Gegenteil. Plötzlich war sein König in Gefahr und er musste durch den Tausch der Schwerfiguren Schlimmeres verhindern. Im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und gleicher Bauernanzahl hatte der ein Jahr jüngere Herausforderer dann keine Probleme, das Remis nach 56 Zügen zu sichern.

Die zehnte Partie findet am Donnerstag statt. Caruana eröffnet das Duell mit Weiss. Das Match in London ist auf zwölf Partien angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, krönt sich zum Weltmeister. Bei Gleichstand erfolgt ein Tiebreak. Der Preisfonds beträgt eine Million Dollar.