Wawrinka
Wawrinka muss es richten

Das Schweizer Davis-Cup-Team steht vor der schwierigen Mission des Klassenerhalt in Kasachstan. Da Roger Federer dem Team-Turnier eine Absage erteilt hat, liegt die ganze Last nun auf den Schultern von Stanislas Wawrinka.

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Davis-Cup-Captain Severin Lüthi, Stanislas Wawrinka, Marco Chiudinelli, Michael Lammer und Yves Allegro (v.l.)

Davis-Cup-Captain Severin Lüthi, Stanislas Wawrinka, Marco Chiudinelli, Michael Lammer und Yves Allegro (v.l.)

Keystone

Christian Finkbeiner, astana

Marco Chiudinelli (ATP 72), die Schweizer Nummer 2, und der kasachische Teamleader Andrej Golubew (ATP 39) eröffnen heute die Begegnung in der 2600 Zuschauer fassenden Halle des nationalen Tennis Centers in Astana (ab 10 Uhr MEZ). Im zweiten Einzel spielt Stanislas Wawrinka (ATP 20) gegen Michail Kukuschkin (ATP 81). Kukuschkin, wie alle seine Teamkollgen ein gebürtiger Russe, wurde dem am Ellbogen leicht verletzten Jewgeni Korolew (ATP 73) vorgezogen.

Schweiz als Favorit

Auch nach der Absage Federers steigt die Schweiz als Favorit in das erste Aufeinandertreffen mit der ehemaligen Teilrepublik der UdSSR. Während Kasachstan dank Siegen gegen Südkorea und China erstmals die Playoffs erreicht hat, ist die Schweiz Stammgast in der Barrage um einen Platz in der Weltgruppe. Zum 13. Mal seit dem Einzug in den Davis-Cup-Final 1992 bestreitet die Schweiz die Playoffs; nur zwei Begegnungen davon gingen dabei verloren.

Captain Severin Lüthi erwartet eine hart umkämpfte Partie: «Alle Matchs sind offen. Jeder Punkt wird schwierig zu gewinnen sein, aber wir haben in jeder Partie gute Chancen.» Dass Chiudinelli die Begegnung beginnen wird, sieht Lüthi als leichten Vorteil. «Der Gegner muss unter allen Umständen dieses Einzel gewinnen, wodurch er gleich von Beginn an unter Druck stehen wird», so Lüthi, der für das Doppel am Samstag vorläufig Yves Allegro und Michael Lammer nominiert hat.

Gutes Omen für Chiudinelli?

Chiudinelli eröffnet erstmals seit Februar 2007 (2:3 gegen Spanien) wieder eine Davis-Cup-Partie. «Ich habe damals meine bisher beste Davis-Cup-Partie gespielt. Vielleicht ist das ein gutes Omen», so der Baselbieter. Gegen Golubew, der im Sommer in Hamburg seinen ersten Turniersieg gefeiert hat, erwartet er eine schnelle Partie. «Gegen ihn ist es nicht einfach, da man aufgrund seiner Spielweise den Rhythmus kaum einmal diktieren kann.»

Das bisher einzige Duell zwischen den beiden entschied der in Italien lebende Golubew vor zwei Jahren bei einem Challenger-Turnier an gleicher Stätte in drei Sätzen für sich. Für das Wochenende sieht Chiudinelli sein Team im Vorteil, «denn wir haben mit Stan den besten Einzelspieler auf unserer Seite.»

Wie oft in den letzten Jahren liegt die Hauptverantwortung also auf den Schultern von Stanislas Wawrinka. Noch hat sich der Romand von den Strapazen des US Open, wo er erstmals in seiner Karriere die Viertelfinals an einem Major-Turnier erreicht hatte, noch nicht vollständig erholt. «Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Aber es geht schon», sagte Wawrinka nach der Auslosung im zeltartigen Einkaufszentrum «Khan Schathyr» in Astana.