Manuel Salchli, warum braucht es ein House of Switzerland?

Manuel Salchli: Mit dem House of Switzerland wird die Marke Schweiz im Ausland gepflegt. Wir sind eine starke Marke in der Welt: dank unseren Firmen im Ausland, dank unserem Export, dank den Investitionen in der Schweiz und beispielsweise auch dank Roger Federer. Hier in Pyeongchang nutzen wir das House of Switzerland, um die Schweiz als Winterdestination zu promoten. Etwa um Touristen in die Jungfrau-Region zu locken oder den Menschen den Wintersport näher zu bringen, indem wir mit ihnen Ski fahren oder Eishockey spielen. Generell pflegen wir mit dem House of Switzerland das Image der Schweiz im Ausland. Das entspricht dem Auftrag des Bundesrats.

Was war der Auslöser für das House of Switzerland?

Zwei Jahre nach der Gründung von Präsenz Schweiz im Jahr 2000 gewann Simon Ammann in Salt Lake City Doppelgold bei den Olympischen Spielen. Damals betrieb Swiss Olympic bereits im kleinen Rahmen ein House of Switzerland. Aus Ammanns Siegen wurde praktisch weltweit eine riesige mediale Geschichte. In der Folge übernahm Präsenz Schweiz von Swiss Olympic die Projektleitung des House of Switzerland. Mit dem Ziel, nicht nur ein Treffpunkt für unsere Athleten und die Medaillenfeiern zu sein, sondern Landeskommunikation zu betreiben und damit ein internationales Publikum anzusprechen.

Diese Leute trifft man im House of Switzerland

Diese Leute trifft man im House of Switzerland (19. Februar)

Das House of Switzerland ist in Pyeongchang der Treffpunkt für Schweizer, aber nicht nur. Koreaner, die die Schweiz entdecken wollen oder lieben, schauen auch gerne vorbei. Bei Sonnenschein und Windstille ist die Stimmung gut bis ausgelassen.

Wieso kommt die Kandidatur für «Sion 2026» beim House of Switzerland derart unscheinbar daher?

Der Grund sind die sehr strengen Regelungen des IOC. Die potenziellen Olympia-Kandidaten dürfen sich im entsprechenden Nationenhaus auf maximal 20 Quadratmetern – ohne Visibilität gegen aussen – präsentieren. Wir wurden effektiv vom IOC kontrolliert und mussten in Folge unser Schild «House of Sion 2026», das wir am Gebäude angebracht hatten, entfernen. Es ist zwar von aussen eine bescheidene Präsenz, aber es ist uns mit einem Film gelungen, unsere Ideen der nachhaltigen Spiele und des Zurückholens von Olympia in ein traditionelles Wintersportland dennoch zu vermitteln.

Was kostet der Schweizer Auftritt hier in Pyeongchang?

Der Bundesrat hat einen Kredit von 3,3 Mio. Franken bewilligt. Mit der Auflage, dass ein Drittel des Betrags von Dritten finanziert wird. Deshalb arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, die sich hier präsentieren. Mit Shell und Mercedes sind erstmals auch zwei Firmen vertreten, die nicht aus der Schweiz stammen. Die Kosten für den Bund belaufen sich letztlich auf gut 2 Mio. Franken.

Und wer bezahlt diese Kosten?

Das Budget des Eidgenössischen Aussendepartements wird um diesen Betrag aufgestockt. Es ist letztlich also der Steuerzahler, der bezahlt.

Will man mit Preisen von 12 Franken für eine Bratwurst der Welt zeigen, wie teuer die Schweiz ist?

Das ist natürlich nicht die Idee. Die Preise widerspiegeln vielmehr die Schweizer Qualität beim Service und den Speisen. Wir bieten zum Beispiel ausschliesslich Schweizer Wein an. Entsprechend fallen Transportkosten an. Aber die Preise sind im Vergleich zu den anderen Nationenhäusern durchaus im Rahmen. Ein Beispiel: Rugenbräu stellt uns das Bier kostenlos zur Verfügung. Aber mit Transport und Importzöllen kostet uns eine Büchse dennoch 3.30 Franken.

So wurde Wendy im House of Switzerland angefeuert

So wurde Wendy im House of Switzerland angefeuert (16. Februar)

Nach Beat Feuz hat das Publikum im "House of Switzerland" auch Wendy Holdener für den 2. Slalomlauf die Daumen gedrückt. "Go for Gold, Wendy", schrien sie. Die Schwyzerin gewann die Silbermedaille. Holdener verpasste die Goldmedaille nur um 5 Hundertstel.