Leichtathletik

Wariner und US-Team laufen Jahresweltbestzeit

Jeremy Wariner

Jeremy Wariner

Jeremy Wariner und die amerikanische Sprintstaffel waren im Zürcher Letzigrund für die Highlights des Abends besorgt.

Wariner siegte über 400 m in 44,13 Sekunden und verbesserte die Jahresweltbestzeit seines jamaikanischen Rivalen Jermaine Gonzales um 27 Hundertstel. Die Sprinter mit Trell Kimmons, Wallace Spearmon, Tyson Gay und Michael Rodgers stellten über 4 x 100 m in 37,45 ebenfalls eine Jahresweltbestzeit auf - es ist die fünftbeste je erzielte Zeit. Deen Weltrekord verpassten das US-Team um 35 Hundertstel. Die ohne den verletzten Usain Bolt angetretenen Jamaikaner waren als Zweite in 37,76 Sekunden chancenlos. Die Schweizer Staffel lief auf den fünften Platz.

Der amerikanische Hürdensprinter David Oliver hat zwar den Weltrekord über 110 m verpasst, mit 12,93 Sekunden setzte er jedoch ein weiteres Ausrufezeichen. Obwohl Oliver die sechste Hürde mit voller Wucht umgeworfen hatte und die Bedingungen mit einem Gegenwind von 0,3 m/s nicht ideal waren, verpasste er den Weltrekord des Kubaners Dayron Robles lediglich um sechs Hundertstel. Er blieb bereits zum fünften Mal in diesem Jahr unter 13 Sekunden, zum siebenten Mal insgesamt.

Die Jahresbeste Veronica Campbell-Brown gewann über 100 m nach einem Fotofinish vor Carmelita Jeter (USA). Letztere wurde zwar wie Campbell-Brown in 10,89 Sekunden gestoppt, als Siegerin wurde aber die Jamaikanerin ausgerufen. Jeter, die bereits viermal im Rahmen der Diamond League siegreich gewesen war, durfte sich damit trösten, das Diamond Race und damit die Diamanten-Trophäe gewonnen zu haben.

Die bereits über 200 m als Gesamtsiegerin feststehende Amerikanerin Allyson Felix gewann auch über 400 m den Diamanten und das Preisgeld von 40 000 Dollar. Felix, dreifache Weltmeisterin über 200 m, distanzierte mit 50,37 ihre Landsfrau Debbie Dunn, die mit 49,64 die Schnellste in diesem Jahr ist, um zwei Zehntel.

Die kanadische Hürdensprinterin Priscilla Lopes-Schliep erzielte im Letzigrund mit 12,53 die zweitbeste Zeit in dieser Saison. Lopes-Schliep verwies die deutsche EM-Dritte Carolin Nytra um 16 Hundertstel auf Rang 2. Weitere zwölf Hundertstel verlor 60-m-Hürdenweltmeisterin Lolo Jones. Die 28-jährige Amerikanerin kam zeitgleich mit der Schweizerin Lisa Urech ins Ziel.

Wie im Vorjahr setzte sich im Steeple-Rennen der kenianische Weltmeister Ezekiel Kemboi durch. Der 28-jährige Olympiasieger von 2004 zog rund 400 m vor dem Ziel an seinem führenden Landsmann Paul Kipsiele Koech vorbei und liess diesem keine Chance. Koech konnte sich immerhin mit dem Gesamtsieg trösten.

Nach dem bitteren Out von Walter Dix (USA), der wegen einer Verletzung passen und so den bereits sicher geglaubten Diamanten wieder aus den Händen geben musste, war das Edelstein-Rennen über 200 m wieder offen. Wallace Spearmon (USA) gewann in 19,79 Sekunden und bestätigte seinen Sieg von London.

Diamond-Race-Siegerin Nancy Jebet Langat versuchte vergeblich, auch die Jahresweltbestzeit über 1500 m in ihren Besitz zu bringen. Die Kenianerin siegte in 4:01,01 überlegen. An den Wert von Anna Alminowa (Russ) kam sie allerdings nicht heran.

Nach der verletzungsbedingten Absage der Saisonbesten Lashinda Demus schien über 400 m Hürden der Weg frei für das Duell zwischen der Europameisterin Natalja Antjuch (Russ) und Kaliese Spencer (Jam), der Siegerin der letzten drei Diamond-Race-Meetings. Aus dem Zweikampf wurde nichts. Die erst 23-jährige Spencer lief nur gegen die Uhr. "Weltklasse Zürich" setzte für einen Wert unter 53 Sekunden 20'000 Dollar Bonus aus. Spencer steigerte ihre Bestzeit zwar auf 53,33 Sekunden, doch das Extrageld zur Diamantenzahlung verpasste sie. Antjuch (4./55,14) lief sogar am Podest vorbei.

In die EM-Revanche der Russen - Iwan Uchow, der Saisonbeste und Führende im Diamond Race war von Alexander Schustow in Barcelona bezwungen worden - funkte nur der Amerikaner Jesse Williams dazwischen. Der US-Boy wurde mit 2,26 m Zweiter, höhengleich mit Schustow. Uchow nahm alle Höhen bis 2,29 m im ersten Versuch. Danach versuchte er vergeblich, die von ihm gehaltene Saisonbesthöhe auf 2,35 m zu steigern.

Dem polnischen Diskuswerfer Piotr Malachowski genügte mit 68,48 der 2. Platz, um sich den Sieg im Diamond Race zu sichern. Rang 1 belegte der deutsche Weltmeister Robert Harting (68,64).

Weitsprung-Europameister Christian Reif erreichte bei seinem ersten Wettkampf seit dem Goldsprung auf 8,47 m mit 8,11 Rang 2. Weltmeister Dwight Phillips blieb im Diamond Race unangetastet und untermauerte seinen Erfolg mit einem Sieg. Die dazu notwendigen 8,20 m hatte er gleich im ersten Versuch vorgelegt.

Im Vorjahr sprang Jelena Isinbajewa in Zürich Weltrekord (5,06). Die Russin legt diese Saison eine schöpferische Pause ein. In Zürich nutzte einmal mehr Fabiana Murer die Lücke. Die Hallen-Weltmeisterin aus Brasilien gewann mit 4,81 m bereits zum fünften Mal im Rahmen der Diamond League.

Die deutsche Olympia-Dritte Christina Obergföll gewann das Speerwerfen mit 67,31 m. Der tschechischen Olympiasiegerin Barbora Spotakova (65,34), die angeschlagen angetreten war, genügte Rang 2, um den Diamanten zu gewinnen. Die Amerikanerin Kara Patterson, die Spotakova als einzige den Gesamtsieg noch hätte streitig machen können, wurde mit 59,50 Letzte.

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