Die Kadetten sind mit sieben Cupsiegen nicht nur Rekordhalter, sie treten in der Stadthalle Kleinholz auch als Titelverteidiger an. Im vergangenen Jahr setzten sie sich im Final mit 27:22 gegen Pfadi Winterthur durch - den Gegner im Halbfinal. Der Sieger dieses Duells tritt im Endspiel gegen den BSV Bern Muri oder NLA-Aufsteiger RTV Basel als klarer Favorit an.

Sowohl die Kadetten (29:24 bei Wacker Thun) als auch Pfadi (28:16 gegen St. Otmar St. Gallen) starteten am Mittwoch mit Siegen in die Playoff-Halbfinals. Die Ausgangslage präsentiert sich völlig offen. Zwar hinterliessen die Winterthurer in der Meisterschaft bisher den stärkeren Eindruck und holten in den 28 Partien der Qualifikation und der Finalrunde 14 Punkte mehr als die Schaffhauser. In den fünf bisherigen Direktduellen in dieser Saison (inklusive Supercup) setzten sich aber viermal die Kadetten durch - so auch im letzten Aufeinandertreffen am letzten Spieltag der Finalrunde (23:21). Deshalb wird vieles von der Tagesform der Leistungsträger abhängen.

Das im Vergleich zur vergangenen Saison im Rückraum breiter besetzte Pfadi gewann zuletzt 2010 die Cup-Trophäe. Seither holten die Winterthurer keinen Titel mehr, weshalb der Erfolgshunger gross ist. Ein entscheidendes Plus könnte Torhüter Arunas Vaskevicius sein, der vor einem Jahr noch bei den Kadetten spielte und massgeblichen Anteil am Gewinn des Doubles hatte. Die Schaffhauser dagegen scheinen nach nur zwei Siegen in den ersten neun Spielen der Finalrunde rechtzeitig wieder in Form gekommen zu sein. Gegen Wacker zeigten sie jedenfalls eine starke Leistung - an spielerischer Klasse fehlt es ihnen ohnehin nicht. Mit einem Sieg gegen Pfadi könnten sie zum fünften Mal in Folge den Cupfinal erreichen.

Der BSV Bern Muri hatte sich im Cup bereits in der vergangenen Saison für den Halbfinal qualifiziert und scheiterte in diesem an den Kadetten (21:31). Diesmal sind die Chancen auf den vierten Finaleinzug nach 2004, 2009 und 2011 deutlich besser. Für die Berner, die im Viertelfinal Wacker Thun (34:26) ausschalteten, gilt es, eine verknorzte Saison zu retten. Sie hatten sich nicht einmal für die Finalrunde qualifiziert. Der RTV Basel dagegen hat nichts zu verlieren und tritt mit der Euphorie eines Aufsteigers an. Auf dem Weg in den Final trafen die mit den ehemaligen Internationalen Pascal Stauber, Marko Vukelic und Florian Goepfert antretenden Basler auf kein einziges NLA-Team.

Auch bei den Frauen kommt es am Samstag mit dem Duell zwischen Titelverteidiger Zug und Rekordsieger Brühl St. Gallen zu einem vorgezogenen Final. Die Favoritenrolle nimmt Schweizer Meister und Playoff-Finalist Zug ein, der vier von fünf Saisonduellen für sich entschieden hat. Den zweiten Halbfinal bestreiten Yellow Winterthur und Rotweiss Thun. Während die Winterthurerinnen 2012 schon einmal den Final erreicht haben, wäre es für die Thunerinnen eine Premiere.