Handball

Vor-EM-Qualifikation für Schweizer Handballer Formsache

Das Rückspiel bereitet ihm kein Kopfzerbrechen: Rolf Brack

Das Rückspiel bereitet ihm kein Kopfzerbrechen: Rolf Brack

Der sportliche Worst-Case ist beim Schweizer Handball-Nationalteam kein Thema mehr. Nach dem problemlosen 34:26-Erfolg in Estland dürfte das Rückspiel in St. Gallen (ab 20 Uhr) Formsache sein.

David Graubner sagte vor dem zweiten Duell mit den Balten, was auch alle übrigen SHV-Beteiligten denken: "Dieser deutliche Sieg muss die Grundlage sein, die Barrage erfolgreich zu überstehen." Den Fehler, den desillusionierten Gegner gewähren zu lassen, "werden wir nicht machen", stellt Graubner vor dem zweiten Duell in der Vor-EM-Qualifikation ebenso klar. Der Schaffhauser war in der wichtigen ersten Hälfte in allen Zonen der nahezu fehlerfreie Antreiber und Shooter zugleich. Mit fünf Treffern in der Startviertelstunde führte der Captain der Kadetten das Nationalteam brillant durch die einzige ungemütliche Phase der im Vorfeld als heikel deklarierten Begegnung.

Der Abend in Tallinn ist aus Schweizer Optik nicht nur im Angriff perfekt verlaufen. Die trotz des deutlichen Resultats nicht zu unterschätzenden Esten - im Gegensatz zur SHV-Auswahl sind nicht nur zwei, sondern 13 Profis in europäischen Ligen engagiert - kamen vor eigenem Anhang gar nie richtig auf Touren. Die clever formierten Gäste schirmten die eigene Zone und ihren überzeugenden Keeper Aurel Bringolf (14 Paraden) ohne den geringsten Kompromiss ab.

Mait Patrail und Dener Jaanimaa, in der Bundesliga bei Hannover und Eisenach beide in massgeblicher Position, markierten zwar zehn Treffer, richtig weh taten sie den Schweizern aber nicht. In den kursweisenden Phasen dämmte der von Daniel Fellmann exzellent dirigierte Abwehrblock den Einfluss der beiden Solo-Unterhalter markant ein.

"Die Stabilität hinten war gut", bestätigt Graubner den positiven Eindruck, "und die Fehlerquote war allgemein tief." Mit ihrer Ballsicherheit und ihrer unaufgeregten Art, den Aufbau einzuleiten, überraschten die Schweizer am meisten. Ausgerechnet in ihrer unvorteilhaften Situation, gegen den Absturz in die dritte Klasse Europas kämpfen zu müssen, beging die zuletzt mental nicht sonderlich robuste Equipe kaum einen unerzwungenen Fehler.

Graubners Erklärung für die abgebrühte Performance klingt plausibel: "Wir setzten auf ein paar eher simple Dinge, die wir dann aber extrem genau spielten. Statt auf zwanzig verschiedene Auslösungen konzentrierten wir uns auf drei, vier, die passten." Die Verteilung der Kompetenzen ist inzwischen wieder klar geregelt, die Energie fliesst kanalisiert, das taktische Freistil-Prinzip gilt nicht mehr. "Jeder hat eine unmissverständlich definierte Aufgabe."

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