Nordwestschweizer Schwingfest
Von Ah gegen Kämpf: Brünig-Revanche im Freiamt

Zwei Wochen nach dem Brünig-Schwinget kommts am «Nordwestschweizerischen» in Jonen für die beiden Hauptdarsteller zur Revanche. Den Gastgebern droht am Sonntag nur die Aussenseiterrolle.

Wolfgang Rytz
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Die Zuschauer erhoffen sich auch in Jonen vom Aargauer Nachwuchstalent Nick Alpiger (oben) beherzte Angriffe.

Die Zuschauer erhoffen sich auch in Jonen vom Aargauer Nachwuchstalent Nick Alpiger (oben) beherzte Angriffe.

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Der Innerschweizer Benji von Ah war beim ersten Höhepunkt der diesjährigen Schwingersaison auf dem Brünig der Beste auf dem Platz, doch der Sieg ging nach «gestelltem» Schlussgang an den Berner Bernhard Kämpf. Just diese beiden Spitzenschwinger treffen beim Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Jonen AG wieder aufeinander. Obs auch zum Direktduell kommt, hängt vom Festverlauf ab. Gewiss ist, dass die Gastgeber vor einer weiteren Herkulesaufgabe stehen. «Der Festsieg wird schwierig zu holen sein, aber ich hoffe, dass wir einen Schlussgangteilnehmer stellen», sagt der Technische Leiter des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes, Stefan Strebel. Der Freiämter freut sich auf ebenso spannenden wie hochstehenden Schwingsport. Drei weitere Topschwinger, der Berner Florian Gnägi, der Innerschweizer Philipp Laimbacher und der Nordostschweizer Leader Daniel Bösch, sorgen für eine Topbesetzung.

Exploit vonnöten

Schon die Einteilung des ersten Ganges zeigt, vor welch schwieriger Aufgabe die drei Nordwestschweizer «Eidgenossen» stehen. Christoph Bieri (gegen Bösch), Bruno Gisler (gegen von Ah) und Remo Stalder (gegen Laimbacher) könnten nach dem Auftakt allesamt schon mit einem Handicap dastehen. Will sich ein Verbandsschwinger in den Schlussgang vorkämpfen, wird er mindestens einen «bösen» Gast auf den Rücken legen müssen.

Im Vorjahr kam Patrick Räbmatters Exploit in Zuchwil mit Siegen über Gisler und den Appenzeller Michael Bless zu spät. Im Schlussgang besiegte Christian Stucki Arnold Forrer und feierte mit Matthias Glarner einen Berner Doppelsieg. Auch in diesem Jahr ist die Nordwestschweiz auf Überraschungen der zweiten Garde angewiesen. Da drängen sich Namen wie die Fricktaler David Schmid und Jürg Mahrer oder die Baselbieter Andreas Henzer und Henryc Thönen auf. Ob Räbmatter nach bisher durchzogenem Jahr wieder zu überraschen vermag, erscheint fraglich. Der Brocken aus dem aargauischen Uerkheim gönnte sich als Vorbereitung eine Woche Ferienerholung.

Nachwuchs im Fokus

Vor zwei Wochen sorgte der Nordwestschweizer Nachwuchs auf dem Brünig für Furore. Nebst dem 19-jährigen Nick Alpiger (Staufen) begeisterte auch Michael Bächli mit dem ersten Bergfest-Kranzgewinn. Der 17-Jährige aus Würenlingen besiegte am Schluss den Berner «Eidgenossen» Simon Anderegg. Zusammen mit Wettkampfleiter Stefan Strebel wird auch ein Grossteil der erwarteten 4000 Zuschauer in Jonen hoffen, dass sich die zwei aufstrebenden Aargauer erneut so positiv in Szene setzen.

Trotz solcher Ambitionen bleibt die Favoritenrolle unbestritten bei den Gästen, angeführt von Bösch, Kämpf und von Ah. Das Sägemehl auf den vier Plätzen in der Schwingerarena stiebt ab 8.30 Uhr. Eingeschrieben haben sich 123 Athleten. Anteil am grossen Hosenlupf nimmt auch die Freiämter Bundesrätin Doris Leuthard, die im Festakt ab 15 Uhr die Hauptrolle spielen wird. Der Schlussgang ist auf 16.30 Uhr geplant.