Bei den Männern setzte sich in Abwesenheit des verletzten Titelverteidigers Niki Böschenstein der Topfavorit Claudio Capelli durch - zum dritten Mal nach 2004 und 2007. Der 23-jährige Berner verwies Danny Groves mit 2,3 Punkten Vorsprung und Roman Gisi auf die weiteren Podestplätze. Junior Pablo Brägger, der an den EM in Birmingham Silber mit dem Team und Bronze im Mehrkampf gewonnen hatte, wurde Vierter und sicherte sich damit wohl das Ticket für die WM der "Grossen" in Rotterdam.

Dass die Form von Ariella Kaeslin nach der Virusinfektion im Sommer noch nicht so ist, wie sie in einem Monat an den Weltmeisterschaften in Rotterdam sein sollte, hat man schon am ersten Gerät gesehen. Wie vor Wochenfrist am Weltcup-Wettkampf in Gent turnte sie am Sprung stark vereinfacht. Ihren Paradesprung Tschussowitina sowie den Jurtschenko wird Kaeslin allenfalls am Sonntag im Gerätefinal versuchen. Von einer Rettungsaktion am Schwebebalken abgesehen, gelang Kaeslin ein fehlerfreier Wettkampf. Am Ende hatte die 22-jährige Luzernerin satte 5,250 Punkte Vorsprung auf ihre zweitklassierte Freundin Linda Stämpfli. Als Dritte stand die Juniorin Nadia Mühlhauser auf dem Podest.

Nach Giulia Steingruber und Jessica Diacci (beide verletzt) hatte am Freitagabend auch noch Sara Catanzaro abgesagt. Die Schweizer Meisterin von 2008 fühlte sich nach ihrer Zwangspause noch nicht bereit. Catanzaro hatte Kaeslin im Vorjahr am Gewinn sämtlicher fünf Titel gehindert. Heuer ist keine Turnerin in Sicht, die Kaeslin in den Gerätefinals am totalen Triumph hindern könnte.