U17-Märchen wird fortgesetzt

Nassim Ben Khalifa (24.)und Oliver Buff (61.) zwangen die starken Italiener mit ihren Treffern in die Knie. In der Runde der vier weltbesten Junioren-Teams trifft die SFV-Equipe am nächsten Donnerstag (16Uhr/SF2) auf Kolumbien.

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U17

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Keystone

Der Support der Afrikaner ist den Schweizern längst gewiss. Mit den Erfolgen gegen Top-Nationen wie Brasilien und Deutschland haben sie sich in die Herzen der Gastgeber und inden Fokus der Schweizer Fussball-Gemeinde gespielt. Nun folgte der nächste Coup: Der erstmalige Vorstoss in einenWM-Halbfinal. In der vorletzten Partie treffen die Schweizer in Lagos auf ein Team, das überraschend Argentinien (3:2) und auch die Türkei (2:1 n.P.) eliminiert hat. Kolumbien ist das «Last-Minute-Team» der WM. Gleich dreimal markierten die Südamerikaner das entscheidende Tor kurz vor oder nach der 90. Minute.

Ben Khalifas Show

Die Schweizer hatten in Ijebu-Ode zwar erneut zu leiden und mehrere Rückschläge zu verkraften, aber sie verlängerten ihre Siegserie gleichwohl auf fünf Partien. Als Captain Veseli in der 63. Minute Rot sah und der Schiedsrichter auf den Penaltypunkt zeigte, hatten die SFV Talente eine ungemütlichte Schlussphase zu befürchten.Weil Keeper Benjamin Siegrist den Ausgleich aber (erneut) verhinderte und die dezimierten Schweizer ihre taktische Ordnung nicht mehr einbüssten, waren sie nicht mehr vom Halbfinalkurs abzubringen. Dank dem zweiten kapitalen Erfolg gegen Italiens U17 innerhalb von sechs Monaten und seit der EM in Deutschland (3:1) spielt Rysers Equipe nun am Donnerstag sogar um den Finaleinzug. Vor der Nummer 10 im Schweizer Team haben an der U17-WM mittlerweile alle Respekt: Nassim Ben Khalifa vereint fast alle Qualitäten dieser aussergewöhnlich starken SFV-Auswahl: Technik, Nervenstärke, Mut und Athletik.

Der GC-Professional trickste die Italiener immer wieder aus. Er, der dreifache Turnier-Torschütze, hätte gegen Italien mehr als einen Treffer schiessen können. Beim Stand von 1:1 vergab der hochtalentierte Stürmer drei erstklassige Chancen. Ben Khalifa alleine verpasste in der besten Phase der Schweizer die Zäsur. Weniger Aufwand, aber den gleichen Ertrag erreichte Oliver Buff. Der Zürcher Mittelfeldspieler traf nach einem Corner zum 2:1. Praktisch im Gegenzug reagierten die Azzurrini - mit Folgen für die Schweizer. Frédéric Vesli stoppte Italiens Topskorer Beretta im Strafraum mit einer «Notbremse». Der Schweizer sah Rot, Keeper Siegrist begrenzte den Schaden dann aber nach dem dritten Platzverweis im fünften Spiel; er hielt den Penalty Fossatis.

Zu Beginn unter Druck

Im Vergleich zur Partie gegen Deutschland (4:3) starteten die Schweizer eher verhalten in die Partie. Italien beanspruchte früh die ersten Vorteile. Entgegen den Erwartungen kontrollierten die Südeuropäer das Spiel zunächst ohne taktische Zurückhaltung. Dany Ryser hatte den italienischen Nachwuchs im Vorfeld als «Meister der Konter» bezeichnet. Den ersten schnellen Gegenzug lancierten dann aber die Schweizer gleich selber. Ben Khalifa schloss die Aktion mit einem wunderbaren Volleyschuss perfekt ab (24.).

Die zu jenem Zeitpunkt eher glückhafte Führung hielten die Schweizer indes nicht lange. Acht Minuten später erzwang Federico Carraro mit einem präzisen Freistoss den Ausgleich. Während der Druckperioden der Italiener glänzte im Tor der Schweizer Benjamin Siegrist gleich mehrfach. Der Jugendliche aus der Organisation von Aston Villa stoppte die Kontrahenten reihenweise.

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