Aline Toch

Das Spiel ist zu Ende, Totenstille breitet sich in der Sporthalle Obersiggenthal aus. Soeben wurde der Abstieg des TV Endingen in die NLB endgültig besiegelt. Da spielt die gute Leistung, die das Team in diesem alles entscheidenden Spiel gezeigt hat, plötzlich keine Rolle mehr.

Dabei hatte sich der Abstiegskandidat gegen den Kantonsrivalen HSC Suhr Aarau vehement gegen den Abstieg gestemmt. Geradezu verbissen kämpften sich die Endinger Handballer nach jedem Rückstand wieder heran, nie liessen die den HSC davonziehen, übernahmen zeitweise sogar die Führung. Nur absetzen konnten sie sich nicht.

Der HSC hielt dagegen und vor allem David Parolo brachte Spieler und Fans mit seinen vielen Toren beinahe zur Verzweiflung. Je mehr sich das Spiel dem Ende zuneigte, desto mehr schwanden die Hoffnungen auf den Verbleib in der höchsten Spielklasse. Vergebene Chancen und nicht verwertete Penaltys stoppten den Vorwärtsdrang des Heimteams Mal für Mal. Mit dem 28:28-Endresultat starben auch die letzten Hoffnungen; der Gang in die NLB war unvermeidbar.

«Manchmal fehlte die Freichheit»

«Das schmerzt sehr», sagte ein niedergeschlagener Endinger Trainer Zoltan Cordas. Die Chance um den Ligaerhalt hätte Endingen jedoch nicht erst jetzt verspielt, so Borna Franic: «Wir haben beide Spiele gegen Winterthur verloren, genau diese Punkte fehlen uns nun. Einfach nur schade.»

Franic, der in sieben Saisons 1465 Tore für Endigen erzielte, zweifelt nicht an der Qualität der Mannschaft: «Es ist ein junges Team, voller Motivation und Kampfgeist. Ich bin sicher, dass sie den Wiederaufstieg auch ohne mich schaffen.» Er ist nicht der Einzige, der Endingen verlassen wird. Auch Mark Schelbert zieht es fort vom TV Endingen. «Die Abgänge wiegen schwer, unser Kader wird damit noch jünger», erklärt Cordas.

«Der Respekt vor der höchsten Liga war bei vielen unserer jungen Spieler gross, daher fehlte wohl manchmal die Frechheit», versucht Cordas Gründe für den Abstieg zu finden. Schlechte Vorbereitung und ungenügende Chancenauswertung seien zwei weitere grosse Probleme gewesen. Dinge, die Cordas in der nächsten Saison vermeiden will, denn: «Die NLB wird kein Spaziergang, als Absteiger sind wir eine willkommene Beute für jeden Gegner.» Vom direkten Wiederaufstieg wagen weder Trainer noch Spieler laut zu sprechen. Ihr Ziel aber ist es, möglichst bald wieder in der höchsten Liga mitzuspielen.