Der TV Endingen musste auf seinen neuen Strafstossspezialisten Armin Sarac verzichten, der eine Knieoperation hinter sich hatte und das Spiel als Zuschauer verfolgen musste. 

Das brasilianischen Schichtsrichterduo griff von Spielbeginn hart durch. Bereits nach drei Minuten hatten die Endinger zwei Verwarnungen einstecken müssen, die Siegenthaler wurden auch in ihre Schranken verwiesen. Abwehrchef Christian Riechsteiner dirigierte seinen Abwehrblock gekonnt, sodass Siggenthal grosse Mühe hatte, Lücken für ihr Angriffsspiel zu finden. Torhüter André Willimann beschützte sein Tor grandios und verschaffte seinen Vorderleuten so die notwendige Sicherheit, im Angriff auftrumpfen zu können. Willimann parierte bereits nach zehn Minuten den ersten Strafstoss und machte deutlich, dass er einen sehr guten Tag erwischt hatte.

Während die Siegenthaler kein Mittel gegen die Endinger Abwehr fanden, liessen die Surbtaler den Ball im Angriff schnell laufen und versenkten ihn kompromisslos im gegnerischen Tor. Beim Zwischenstand von 3:9 in der 14. Minuten versuchte Siggenthals Trainer Wetzel im Teamtimeout die Mannschaft zu stärken. Prompt schwächelten die Endinger ein wenig, waren die ersten Spielminuten zu leicht gewesen?

Das nötige Timeout

Die Endinger schienen ein wenig aus dem Tritt geraten zu sein. Sie liessen Tore zu, ohne selber welche zu schiessen. Im folgenden eigenen Timeout fand Trainer Ammann wohl die richtigen Worte, denn die Endinger bestimmten mit zwei direkt folgenden schnellen Toren die Partie weiter. Die Endinger zogen Tor um Tor davon, die Abwehr stand kompakt, reagierte schnell und reaktionsschnell. Mit einem eindrücklichen 9:17 Pausenstand verabschiedeten sich die Mannschaften in die Kabinen. In der Hitze des Gefechtes um einen Freistoss vergass sogar der Schiedsrichtertisch die Pausenglocke, was zu leicht erhitzten Gemütern führte.

Nach dem Pausenwechsel gewannen die Siggenhtaler an Sicherheit, der Endinger Angriff brauchte länger, um Tore zu schiessen. Die Toreffizienz nahm ab. Einzelaktionen mehrten sich. Nach eine kurzen Durchstrecke nahm Endinger aber wieder Fahrt auf, verschärfte das Tempo und konnte zwischenzeitlich die Tordifferenz auf neu Treffer erhöhen.

In dieser Phase machte sich der nach langer Verletzungspause zurück gekehrte Simon Huwyler bemerkbar. Noch geschont, zeigte er vollen Einsatz auf der Bank. Er zeigte sich als antreibende Kraft und zog mit seiner Energie das Team mit sich. 

Alleine im Regen

Das Spiel der HSG Siggenthal verlor mit zunehmender Spieldauer an Dynamik. Leider passten sich die Endinger zeitweise an, das Spiel flachte ab. Im Endinger Tor zeigte Christian Amrein, dass auch er mit guten Paraden hinten zumachen kann. Gegen Spielende liessen seine Vorderleute ihn im Regen stehen, so dass er noch komplett unnötige Gegenstosstore hinnehmen musste.

Nemanja Sudzum, der zeitweise manngedeckt wurde, Leonard Pejkovic und Christian Riechsteiner bestimmten das Spielgeschehen. Sie zeigten sich als klare Teamleader, rissen die Mannschaft mit ihrer Spielfreude mit und begeisterten die Fans mit klaren, kompromisslosen Toren. Trainer Michael Spuler zeigte sich nach Spielende sehr zufrieden über seine Mannschaft. Ihm fehlte gegen Spielende die letzte Konsequenz im Angriff, doch die klare Dominanz im Derby und die positiven Ansätze über weite Spielstrecken zeigten ihm auf, an welchen taktischen Umsetzungen weiter gearbeitet werden kann.

Der TV Endingen zeigte über weite Spielstrecken seine Klasse, liess sich den Sieg nie nehmen und konnte mit 24:31 die zwei Punkte nach Hause nehmen.