Beide scheiterten im Limit bis 52 kg jeweils in den Achtelfinals an renommierten Gegnerinnen.

Mit dem 20-jährigen Hifume Abe (66 kg) und der 18-jährigen Uta Abe (52 kg) gewann am gleichen Tag der Titelkämpfe ein Geschwister-Paar aus Japan jeweils WM-Gold.

Beide sind schon seit geraumer Zeit auf internationalem Top-Level ungeschlagen und kündigten ihr Unterfangen bereits im Vorfeld an. Uta Abe bezwang auf ihrem Weg zu WM-Gold in den Achtelfinals die Schweizerin Fabinenne Kocher und im Final ihre japanische Landsfrau Ai Shishime.

Evelyne Tschopp, die andere Schweizer WM-Teilnehmerin im Limit bis 66 kg, zog wie zuletzt in den Halbfinals der diesjährigen Europameisterschaften gegen die vierfache russische Europameisterin Natalja Kusjutina den Kürzeren.

Die 27-jährige Baselbieterin unterlag gegen die Nummer 3 der Welt nach knapp drei Minuten mit Ippon. Davor hatte sich Tschopp nach einem Freilos in der zweiten Runde gegen Reka Pupp mit Waza-Ari durchgesetzt. Gegen die Ungarin hatte Tschopp bereits an den EM im Kampf um Bronze das Tatami als Siegerin verlassen.

Die zweifache EM-Dritte aus Muttenz verpasste mit dem Out in den Achtelfinals zwar die angestrebte Top-7-Klassierung um einen Sieg, sammelte aber dennoch wichtige Punkte im Kampf für die Olympia-Qualifikation.

Gelungener Neustart von Fabienne Kocher

Fabienne Kocher wiederum überzeugte mit zwei Auftaktsiegen. Die 25-jährige Zürcherin zog dann gegen die aktuelle Junioren- und neue Elite-Weltmeisterin Uta Abe (18) nach 2:33 Minuten mit Ippon den Kürzeren. Mit dem Achtelfinal-Vorstoss bewies Kocher, dass sie auch eine Gewichtsklasse tiefer als in der Vergangenheit auf internationalem Top-Level bestehen kann.

Mit einem 7. Rang bei den WM 2014 - damals im Limit bis 57 kg - war der Kocher 2014 eines der besten Schweizer WM-Resultate der letzten Jahre gelungen. Nach langer Verletzungspause startete sie in Baku nun in der tieferen Gewichtsklasse. An EM und WM sind im Gegensatz zu Olympia zwei Athleten pro Limit startberechtigt.

Die bislang einzige Schweizer Judo-WM-Medaillengewinnerin bei den Frauen ist immer noch Monika Kurath, die 1997 in Paris im Limit bis 48 kg Bronze holte.

Nationalcoach Giorgio Vismara zog trotz verpassten Top-7-Vorstössen ein positives Fazit: "Es gibt noch Lücken, an denen wir arbeiten müssen, aber die Konzentration und Einstellung der beiden Athletinnen war sehr positiv. Sie zeigten eine gute Leistung und mussten Niederlagen gegen Athletinnen der absoluten Weltspitze akzeptieren."