Der Australier Mark Webber ist derzeit der gefeierte Mann im Formel-1-Zirkus. Nach seinem Triumph vor Wochenfrist beim GP von Spanien in Montmeló doppelte der 33-Jährige im Leitplanken-Dschungel von Monte Carlo nach und feierte seinen insgesamt vierten Grand-Prix-Sieg, den zweiten in der laufenden Saison. Mit Platz 2 sorgte Webbers Teamkollege Sebastian Vettel für den totalen Triumph der "Roten Bullen". Renault-Pilot Robert Kubica schaffte als Dritter ebenfalls den Sprung aufs Podest.

In der WM-Wertung übernahm Webber (zwei Siege) vor Vettel (ein Sieg) die Führung - beide haben nun 78 Punkte auf dem Konto. Drei Zähler dahinter folgt Fernando Alonso, der sich neben Webber als Mann des Tages an der Côte d'Azur feiern lassen durfte. Der Spanier, der nach verpasstem Qualifying als Letzter ins Rennen hatte starten müssen, belegte den beeindruckenden sechsten Platz. Schumacher hatte ihn zwar nach der letzten Safety-Car-Phase wenige Meter vor der Ziellinie noch überrumpelt und auf Platz 7 verdrängt. Das Manöver des Rekordweltmeisters war gemäss den Rennkommissären jedoch nicht reglementskonform und wurde mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet.

Von der Rückversetzung Schumachers profitierte Sébastien Buemi im Toro Rosso-Ferrari. Der Romand wurde zunächst als Elfter gewertet, rückte lange nach Rennschluss wegen der Bestrafung Schumachers jedoch auf den 10. Platz vor, was ihm an seinem neuen offiziellen Wohnort den ersten WM-Punkt der Saison einbrachte.

Für die Sauber-Fahrer Pedro de la Rosa (Hydraulikproblem) und Kamui Kobayashi (Getriebeschaden) war das Rennen bereits lange vor Rennhälfte vorbei. Der Hinwiler Rennstall musste im sechsten Grand Prix bereits die Ausfälle Nummer 9 und 10 verkraften. Einzig in Australien (De la Rosa) und letztes Wochenende in Spanien (Kobayashi) kam ein Sauber-Bolide ins Ziel - beide Male allerdings ausserhalb der Punkteränge.

Nach einem Start ohne Zwischenfälle krachte zunächst Williams-Fahrer Nico Hülkenberg in der Auftaktrunde im Tunnel in die Leitplanken. Nur wenig später musste Vorjahressieger und WM-Leader Jenson Button das Rennen wegen eines Motorschadens aufgeben. Insgesamt erreichte nur die Hälfte der gestarteten Fahrer das Ziel.

Monte Carlo. Grand Prix von Monaco (78 Runden à 3,340 km/260,520 km): 1. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault, 1:50:13,355 (141,815 km/h). 2. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 0,448 Sekunden zurück. 3. Robert Kubica (Pol), Renault, 1,675. 4. Felipe Massa (Br), Ferrari, 2,666. 5. Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes, 4,363. 6. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 6,341. 7. Nico Rosberg (De), Mercedes, 6,651. 8. Adrian Sutil (De), Force India-Mercedes, 6,970. 9. Vitantonio Liuzzi (It), Force India-Mercedes, 7,305. 10. Sébastien Buemi (Sz), Toro Rosso-Ferrari, 8,199. 11. Jaime Alguersuari (Sp), Toro Rosso-Ferrari, 9,135. 12. Michael Schumacher (De), Mercedes, 25,712.- ausgeschieden: Hülkenberg, Button, De la Rosa, Glock, Di Grassi, Barrichello, Kobayashi, Senna, Kovalainen, Trulli, Chandhok, Petrow.

WM-Stand (6/19). Fahrer: 1. Webber 78 (zwei Siege). 2. Vettel 78 (ein Sieg). 3. Alonso 75. 4. Button 70. 5. Massa 61. 6. Kubica 59. 7. Hamilton 59. 8. Rosberg 56. 9. Schumacher 22. 10. Sutil 20. 11. Liuzzi 10. 12. Barrichello 7. 13. Petrow 6. 14. Alguersuari 3. 15. Buemi 1. 16. Hülkenberg 1. - Teams: 1. Red Bull-Renault 156. 2. Ferrari 136. 3. McLaren-Mercedes 129. 4. Mercedes 78. 5. Renault 65. 6. Force India-Mercedes 30. 7. Williams-Cosworth 8. 8. Toro Rosso-Ferrari 4.