«Erster richtiger Test»
Triathlon-Prinzessin Daniela Ryf startet nach Pause in Rapperswil

Die Solothurnerin Daniela Ryf kehrt am Sonntag am Ironman 70.3 Rapperswil ins Wettkampfgeschehen zurück – mit ganz neuen Erfahrungen im Hinterkopf.

Jörg Greb
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Daniela Ryf: «Im Schwimmen fühle ich mich sehr gut, die Werte auf der Velorolle stimmen, im Laufen fehlt aber noch einiges.»

Daniela Ryf: «Im Schwimmen fühle ich mich sehr gut, die Werte auf der Velorolle stimmen, im Laufen fehlt aber noch einiges.»

Den Ironman Hawaii zu gewinnen, ist für eine Triathletin nicht irgendetwas. Hawaii zu gewinnen, ist das Nonplusultra. Und dass damit vieles verbunden ist, hat Daniela Ryf nach ihrem Triumph im vergangenen Oktober erfahren: viel Schönes, viel Spannendes; aber auch eine Fülle an Terminen, die auch Abgrenzung erfordern, um den Fokus auf den Sport nicht zu verlieren.

Daniela Ryf startet in Rapperswil.

Daniela Ryf startet in Rapperswil.

KEYSTONE/AP/HASAN JAMALI

Die 29-Jährige hat dies alles in den letzten Monaten erlebt. Sie spricht von einer «ereignisreichen Zeit» und von «vielen Verpflichtungen und einem Umdenken». Sponsorentermine meint sie, Auftritte etwa als Botschafterin für die LaureusStiftung.

Dieses Leben kostet Energie. Auch darum vereinbarte Ryf mit ihrem Coach Brett Sutton, nach dem erfolgreichen Saisonauftakt und dem Sieg am 70.3-Rennen in Dubai eine Pause einzulegen.

Die ersten richtigen Ferien

Doch Daniela Ryf schaffte es nicht, nichts zu tun. «Das ist nicht mein Ding», sagt sie. Sie suchte Distanz beim Andersunterwegssein. Im Februar weilte sie in Davos, verbrachte mit einer Kollegin Zeit auf den Ski und der Langlaufloipe und war aktiv mit dem Göttibuben. Von «den ersten richtigen Ferien seit fünf, sechs Jahren», spricht sie. Ehe sie wieder in reduzierten Stil ins Training einstieg. Daneben widmete sie sich dem Fernstudium zur Lebensmitteltechnologin, wo sie sich im letzten Semester befindet.

Zurück zum guten Körpergefühl

Seit gut einem Monat ist Daniela Ryf zurück im eigentlichen Trainingsalltag. «Das ist sehr schön», sagt sie. Als befriedigend bezeichnet sie das Körpergefühl, das sich schnell wieder einzustellen begann. Die ersten zehn Tage verbrachte sie an der Wärme auf Gran Canaria. Seit bald zwei Wochen hat sie ihr Domizil einmal mehr nach St. Moritz verlegt. In die Trainingsbase von Coach Sutton. Das Kempinski Grand-Hotel hat Daniela Ryf für die Zeit bis September eine Residenz offeriert. «Ich profitiere vom Fitness- und Spa-Bereich, wohne 100 m vom Pool und 200 m von der Bahn, ich komme mir vor wie eine Prinzessin in ihrem Reich», sagt Ryf glücklich.

Die Frage, wo Daniela Ryf genau steht, wird sich bei ihrem ersten Start seit gut vier Monaten klären. «Im Schwimmen fühle ich mich sehr gut, die Werte auf der Velorolle stimmen, im Laufen fehlt aber noch einiges», sagt sie. Defizite macht sie vor allem in der Spritzigkeit aus. Der Ironman 70.3 Rapperswil am Sonntag stellt für die Ironman-Königin somit «einen ersten wichtigen Test» dar.

Auf diesen freut sich aus mehreren Gründen. «Es ist mein erster Start in der Schweiz seit dem Hawaii-Sieg, und das über die Halbironman-Distanz 70.3, auf einer Strecke, die mir sehr behagt.» Zudem betont sie: «Die beiden 45-km-Velorunden sind etwas vom Genialsten, was es gibt: anspruchsvoll, technisch fordernd undabwechslungsreich». Und weil sie sich noch nicht im Hochleistungsmodus befindet, dürfte der Dialog mit dem eigenen Körper besonders intensiv ausfallen.

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