Von Donnerstag bis Sonntag wird das British Open erstmals seit 1951 ausserhalb von England und Schottland ausgetragen. Wie vor 68 Jahren findet es in Portrush, in Nordirland, statt. Für sämtliche 156 Spieler wird der Küstenplatz also eine neue Erfahrung werden. Der Platz trägt wie fünf andere der nunmehr wieder zehn Plätze im British-Open-Zyklus das Prädikat "königlich" ("Royal Portrush").

Als bislang letzte Nobodys gewannen die Amerikaner Ben Curtis und Todd Hamilton das British Open in den Jahren 2003 respektive 2004. Beide brachten vor und nach ihren Sensationssiegen nichts Bemerkenswertes zustande. In den USA haben sie vor langem die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Tours verloren, und auch in Europa konnten sie nicht Fuss fassen.

Die schwierigen Verhältnisse auf den dem Wind ausgesetzten Küstenplätzen des British Open favorisieren in der Regel die technisch beschlagenen und versierten Spieler wie etwa Tiger Woods und Brooks Koepka, den besten Spieler dieser Jahre.

Tiger Woods hat seine Ankündigung vom Frühling wahr gemacht. Schon in seinen besten Jahren bestritt er deutlich weniger Turniere als die meisten Konkurrenten. In diesem Jahr macht er sich noch rarer. Seit dem Triumph am US Masters im April bestritt er bis vor dem British Open nur gerade drei Turniere: die Majorturniere US PGA Championship und US Open sowie als einziges "gewöhnliches" Turnier das Memorial Tournament von Gastgeber Jack Nicklaus. Das British Open in der Kalenderwoche 29 ist erst Woods' zehntes Turnier in diesem Jahr. Über den Formstand des 43-jährigen Ausnahmekönners, der seinen 16. Titel auf Grand-Slam-Stufe anstrebt, lässt sich nichts sagen. Das British Open gewann er in den Jahren 2000, 2005 und 2006, zweimal im "Home of Golf" im schottischen St. Andrews.

Brooks Koepka war nach seinem 2. Platz am US Open - er büsste dort drei Schläge auf Sieger Woodland ein - zweimal an kleineren Turnieren im Einsatz. Beide Male kam er nicht unter die besten 50. Aber der 29-jährige Floridaner ist der Spezialist schlechthin für die grossen Turniere. Vier seiner sechs Siege errang er an Majorturnieren. Die beste Klassierung an einem British Open erreichte er 2017 als Sechster in Royal Birkdale bei Southport.

Als Titelverteidiger startet Francesco Molinari, der erste italienische Sieger an einem der vier grossen Turniere. Der 36-Jährige aus Turin war im März dieses Jahres in einer grandiosen Form. Er siegte in Orlando und wurde am hochdotierten Matchplay-Turnier der WGC-Serie in Austin Dritter. Aus den letzten fünf Turnieren jedoch holte er keinen Top-15-Platz heraus, auch nicht an der US PGA Championship und am US Open.

Dustin Johnson müsste liefern

Bei keinem anderen Golfer ist das Verhältnis zwischen allgemeiner Dominanz und grossen Siegen so schlecht wie bei Dustin Johnson. Seit Februar 2017 war Johnson während insgesamt 91 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste. Derzeit steht nur Brooks Koepka über ihm. Nach dem Premierensieg am US Open 2016 gewann der 35-Jährige aus South Carolina jedoch keine grossen Turniere mehr.

Rückkehr nach 68 Jahren

Ein einziges der bislang 147 British Open hat in Portrush stattgefunden. Das war 1951. In dieser Woche kehrt der Platz an der nordirischen Nordküste unweit von Londonderry in den erlauchten Kreis der British-Open-Plätze zurück.

Jetzt sind es wieder zehn Plätze, alle an den Küsten gelegen, die das erstmals 1860 ausgetragene älteste Turnier der Welt im Zyklus beherbergen. Der Old Course von St. Andrews, das "Home of Golf", kommt am häufigsten zum Zug, nämlich alle fünf Jahre. Fünf Plätze liegen in Schottland, vier in England.

Die Plätze des British Open. England: Royal St. George's (östlich London), Royal Liverpool, Royal Birkdale (Nähe Southport), Royal Lytham and St. Annes (Nähe Blackpool). Schottland: Turnberry (Nähe Ayr), Royal Troon (Nähe Glasgow), Muirfield (Nähe Edinburgh), St. Andrews (Nähe Dundee), Carnoustie (Nähe Dundee). Nordirland: Portrush (Nähe Londonderry).