"Es ist überwältigend", sagte Tiger Woods nach seinem 15. Majorsieg, mit dem er den Abstand zu Rekordhalter Jack Nicklaus (18) verkürzte: "Ich konnte kaum laufen, nicht schlafen. Ich konnte nichts tun."

2018 war der 43-Jährige auf die Tour zurückgekehrt – und feiert nun nur wenige Monate später mit dem Sieg des 83. US-Masters einen der grössten Erfolge seiner einzigartigen Karriere. Zuvor hatte Woods 1997, 2001, 2002 und 2005 in Augusta triumphiert. 

Der finale Putt am 72. Loch: Hier macht Tiger Woods die Sensation perfekt. Die Menge feiert ihn mit Sprechchören: «Tiger! Tiger!»

Fast elf Jahre hatten zwischen Woods' bis dato letztem Triumph bei einem Major (US Open 2008) und dem Sieg am Sonntag in Augusta gelegen. Viermal musste er sich am Rücken operieren lassen, persönliche Probleme und Skandale warfen ihn zudem aus der Bahn.

Obama: «Grosser Champion»

US-Präsident Donald Trump, sein Vorgänger Barack Obama und unzählige Sportstars haben Tiger Woods nach dem Triumph beim US Masters in Agusta zur Krönung seines Comebacks gratuliert. Trump bezeichnete seinen Landsmann als "wirklich grossen Champion", Obama schrieb: "Zurückzukommen und das Masters nach all den Höhen und Tiefen zu gewinnen, zeugt von Exzellenz, Charakterstärke und Entschlossenheit."

Die 23-malige Tennis-Grand-Slam-Siegerin Serena Williams sei "buchstäblich in Tränen ausgebrochen", als Woods sich am Sonntag "unvergleichlich" auf den Weg zu seinem ersten Majortitel seit fast elf Jahren gemacht hatte: "Eine Millionen Glückwünsche! Du hast mich inspiriert, Kumpel."

NBA-Ikone Earvin Magic Johnson reihte sich ebenso in die Gratulanten ein wie Super-Bowl-Champion Tom Brady. "Was eine Leistung", schrieb der Quarterback der New England Patriots. Stephen Curry vom NBA-Meister Golden State Warriors würdigte Woods' Vorstellung als "grösste Comeback-Geschichte im Sport". 

Skandal, Probleme, Festnahme

In den letzten zehn Jahren erlebte Woods viel Negatives, das ihn für lange Zeit aus der Bahn warf. Es begann Ende 2009 mit dem selbstverschuldeten Ehe- und Sexskandal. Ab 2014 hatte er volle vier Jahre fast nur noch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Lange schien es, als würde er nicht mehr auf die Tour zurückkehren können, schon gar nicht auf seinem bekannten Niveau. Der Tiefpunkt war eine vorübergehende Festnahme durch die Polizei. Er wurde, unter Medikamenten- oder Drogeneinfluss stehend, in seinem Auto von der Polizei aufgegriffen und abgeführt. Das den Spieler in einem desolaten Zustande zeigende Verbrecherfoto, das nach der Verhaftung gemacht wurde, ging um die Welt. Nach einem Deal mit dem Gericht konnte er eine Verurteilung vermeiden.

Aber ab Anfang 2018, nach insgesamt vier Rückenoperationen, tastete sich Woods wieder heran. Letzten Herbst glückte ihm bereits wieder ein Sieg auf dem amerikanischen Circuit, und zwar an der Tour Championship in Florida, die den besten 30 Spielern vorbehalten ist. Der jetzige Erfolg, nach dem er sich zum fünften Mal ins Grüne Jackett des US-Masters-Siegers einkleiden liess, stellt jedoch alles in Woods' grossartiger Karriere in den Schatten. Es ist eine Rückkehr, wie sie noch vor nicht langem für unmöglich gehalten wurde.

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