So entspannt hatte sich Suhr-Aarau-Coach Misha Kaufmann noch nach keiner Nationalliga-A-Partie seiner Mannschaft präsentiert. Anstatt sich wie üblich sofort in die Garderobe zurückzuziehen, blieb er diesmal auf dem Feld. Dort konnte er die allgegenwärtige Freude bei seinen Spielern, bei der Vereinsführung, des Publikums feststellen und durfte allerlei Gratulationen entgegennehmen. Und das zu Recht. Der HSC Suhr Aarau meisterte eine herausfordernde, tückische Aufgabe mit Bravour und bezwang Fortitudo Gossau mit 28:25.

«Wir mussten mit einer gehörigen Portion Druck umgehen», brachte es Kaufmann auf den Punkt, «und auch ich spürte diese Last vor und während der Partie enorm.» Um die vielversprechende Ausgangsposition im Kampf um einen Finalrundenplatz nicht zu verschenken, war ein Sieg gegen das Schlusslicht zwingend. Dies darum, weil in den letzten beiden Runden in den Auswärtspartien gegen Wacker Thun und Pfadi Winterthur nicht mit Punkten gerechnet werden darf. Dank dem Sieg gegen Gossau und dem positiven Torverhältnis scheint die Qualifikation für die Finalrunde praktisch gesichert.

Der HSC Suhr Aarau und sein Trainer meisterten die Aufgabe bravourös. Zwar zeigte die Mannschaft keine perfekte Leistung. Aber nach zähen ersten Minuten, in denen sie zweimal in Rücklage geriet (7. und 10. Minute), verstand sie es dank einer soliden Deckung, einem hervorragend disponierten Mihailo Radovanovic im Tor und variablem Spiel rasch, einen Vorsprung herauszuarbeiten. Dieser betrug nach 15 Minuten drei, nach gut 20 vier und kurz vor der Pause gar fünf Tore.

Das Polster erwies sich trotz schwächerem Beginn zur zweiten Hälfte als nicht wirklich gefährdet. Auch nicht, als es gut zehn Minuten vor dem Schlusspfiff plötzlich nur noch zwei Tore (21:19) betrug. Dann sorgte ein Zwischenspurt für die Entscheidung. Vor allem Tim Aufdenblatten mit seinen Treffern 7 bis 10 setzte nochmals entscheidende Akzente – auch in der Deckung als vorgestellter Mann. Fünf Minuten später war die Partie beim Stand von 26:19 entschieden. Daran änderte auch eine Doppelmanndeckung gegen Aufdenblatten und Golubovic nichts Entscheidendes mehr.