Gewalt an Sportanlässen

Straftaten rund um Sportstadien nehmen um 13 Prozent zu

Der Marsch der FCZ-Fans durch die Berner Altstadt vor dem Cupfinal

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Scharmützel am Rande des Cupfinals in Bern, randalierende GC-Fans nach dem Spitzenspiel in Basel: Das Thema Sicherheit rund um grosse Sportanlässe ist in aller Munde. Neue Zahlen zeigen nun: Die Gewalt hat im vergangenen Jahr tatsächlich zugenommen.

258 Gewaltstraftaten wurden 2013 in der polizeilichen Kriminalstatistik registriert - 13 Prozent mehr als im Vorjahr. 2012 hatten die Polizeikorps 228 Straftaten erfasst. Die "SonntagsZeitung" veröffentlichte die Mitte April aufgeschaltete Statistik des Bundesamts für Statistik (BFS) in ihrer aktuellen Ausgabe. Die Zahlen liegen auch der Nachrichtenagentur sda vor.

Es ist das erste Mal seit 2011, dass die Fan-Gewalt im Umfeld von Sportstadien wieder zunimmt. 2012 hatte die Zahl der Straftaten bei Sportveranstaltungen einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht.

Mehr Gewalt an Polizisten

Besonders signifikant ist der Anstieg bei der Gewalt und Drohung gegen Polizeibeamte. Während die Polizisten 2012 insgesamt 29-mal verbal oder physisch angegriffen worden waren, wurden im vergangenen Jahr 52 Fälle registriert - ein Plus von 85 Prozent.

Auch die Zahl der Tätlichkeiten rund um Stadien nahm zu: von 59 Angriffen im Jahr 2012 auf 85 im Jahr 2013. Als Tätlichkeiten gelten Ohrfeigen, Faustschläge und Fusstritte.

Ausgewertet wurden sämtliche erfassten Gewaltstraftaten rund um Sportanlagen - dazu gehören Stadien, Fussballplätze und Eisbahnen. Doch die Dunkelziffer ist hoch: Polizeibeamte sind nur bei besonders schweren Straftaten verpflichtet, den Tatort im Rapport zu nennen.

Liga-Chef verurteilt die Taten

Claudius Schäfer, Geschäftsführer der Swiss Football League, zeigte sich in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" besorgt über die Zunahme: "Leider deckt sich dies mit meiner Wahrnehmung." Das sei sehr zu verurteilen.

Die Fussballliga unterstütze strenge Strafen für gewalttätige Personen, sagte Schäfer. "Wir sind für Schnellgerichte." Auch andere Massnahmen - wie konsequente Stadionverbote - seien schon umgesetzt. "Wir tun schon heute, was in unserer Macht steht."

Trotzdem seien Vorfälle wie jene der vergangenen Wochen nicht auszuschliessen: "Wir und die Clubs werden nie verhindern können, dass ein Idiot die Notbremse zieht oder dass eine wilde Horde durch Bern zieht."

Immerhin belegten eigene Statistiken, dass sich die Situation innerhalb der Stadien beruhigt habe, sagte Schäfer. "Wir haben weniger Gewaltvorfälle in den Stadien."

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