Kunstturnen
Steingruber sei Dank: Auch die Frauen träumen von der Team-Medaille

Die Frauen sind an der Heim-EM auf dem besten Weg, es den Männern gleich zu tun: Nach der Qualifikation können sie von einer Team-Medaille träumen.

Michael Forster, Bern
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Giulia Steingruber: «Einzelgold und Team-Medaille? Das wäre Wahnsinn!»

Giulia Steingruber: «Einzelgold und Team-Medaille? Das wäre Wahnsinn!»

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Erwartungen übertroffen – und wie! So lautet das Fazit nach der gestrigen Qualifikation der Frauen an den Europameisterschaften in Bern. Nachdem das Team von Cheftrainer Zoltan Jordanov bereits Mitte April am vorolympischen Testevent in Rio über Erwarten abgeschnitten und die Qualifikation nur um zwei Punkte verpasst hatte, setzten die Schweizerinnen vor heimischem Publikum gar noch einen drauf, liessen die für Rio qualifizierten Deutschen, Französinnen und Belgierinnen hinter sich und reihten sich hinter den unangefochtenen Britinnen und Russinnen als drittstärkste Nation ein.

Wunderbare Aussichten

Das verblüffende Abschneiden des jungen Schweizer Teams liess selbst Teamleaderin Giulia Steingruber ein «mega» entlocken. Sie sei stolz auf die Leistung des ganzen Teams und froh, dass die anderen ihren missglückten Auftritt am Schwebebalken als Kollektiv korrigieren konnten. «Ich war voller Adrenalin und richtig nervös», fand sie den Grund für den doppelten Sturz am Balken. Obwohl sie sich kaum zu beruhigen vermochten, zeigte sie in jenem Moment ihre Klasse, konzentrierte sich auf ihre neue, peppig-dynamische Bodenvorführung und legte eine Übung aufs Parkett, welche mit der zweitbesten Note (14,966) bewertet wurde.

Die Übungen der Schweizer Turnerinnen hatten wortwörtlich Hand und Fuss.

Die Übungen der Schweizer Turnerinnen hatten wortwörtlich Hand und Fuss.

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Zum Vergleich: An der letztjährigen WM hätte sie das Podest damit nur ganz knapp verpasst. Nach dem Sprung, welchen sie mit mehr als 0,5 Punkten Vorsprung dominierte, sowie Rang 8 am Stufenbarren, bedeutete dies die dritte Qualifikation für die Gerätefinals vom Sonntag. Erfreulicherweise schaffte mit Ilaria Kaeslin als 6. am Schwebebalken noch eine weitere Schweizerin den Sprung in die Einzelfinals.

Der nächste Einsatz folgt aber bereits morgen Samstag mit dem Teamfinal. «Ruhig bleiben und ja nicht auf die Medaille fokussieren», nennt Steingruber das Rezept. Was, wenn die Team-Medaille sowie zwei Einzel-Goldmedaillen Tatsache würden? «Das wäre der Wahnsinn», lacht sie. Und sie weiss: Genau so kann es im allerbesten Fall herauskommen.

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