Patricia Keller
Sieben Medaillen in sieben Wettkämpfen

Der Freiämterin Patricia Keller rollte es an den Junioren-Rollstuhl-Leichathletik-Weltmeisterschaften in Nottwil bestens. Alle sieben Rennen beendete die 19-Jährige auf dem Podest.

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Patricia Keller

Patricia Keller

Aargauer Zeitung

Roger Wetli

«Das Ziel in Nottwil war mindestens eine Goldmedaille», lacht Patricia Keller. Dass sie gleich sieben Medaillen gewann, wovon zwei goldene, vier silberne und eine bronzene, war für die junge Waltenschwilerin eine «tolle Überraschung». Gold eroberte sie auf der 800-Meter-Distanz und mit der Staffel über 4x100 Meter, in der Nadine Mürset als zweite Aargauerin mitwirkte.

Sprintrennen auf den Kurzdistanzen 100, 200 und 400 Meter liebt Patricia Keller nicht besonders. Sie bevorzugt die längeren Strecken, die Rennen über 800, 1500 und 5000 Meter. «Die längeren Distanzen sind meine Domäne. Hier kann man taktisch fahren, die Führung übernehmen und sie je nach Rennsituation wieder abgeben. Das bringt Spannung und macht Spass.» Zudem könne sie auf längeren Distanzen mit ihrer Teamkollegin zusammenspannen, allerdings nur bis zu den allerletzten Runden. «Dann muss jede für sich schauen und nur noch eines geben: Vollgas.»

Acht wöchentliche Trainings

Um an der Spitze mitzufahren, trainiert Patricia Keller 8 mal pro Woche. Drei Wochentrainings absolviert sie auf der Anlage in Nottwil, die restlichen fünf im Freiamt, genauer: auf der Leichtathletikbahn in Wohlen und auf einem 10-Kilometer-Rundkurs in und um Waltenschwil. Neben dem Sport macht Keller eine Lehre als Detailshandels-Angestellte im Volg Waltenschwil. «Sport und Berufslehre unter einen Hut zu bringen, ist manchmal anstrengend», gesteht Keller. Sie ist dankbar, dass ihr die Volg-Verantwortlichen neben den fünf regulären Ferienwochen drei zusätzliche Wochen Ferien gewähren. Diese verbringt sie stets in Trainingslagern und an Meisterschaften.

Nach sieben Wochen Ferien, die sie ausschliesslich für den Sport einsetzte, geniesst Patricia Keller aktuell eine Woche ohne Rollstuhltrainig. Macht ihr der enorme Trainingsaufwand, den sie seit acht Jahren betreibt, nie Mühe? «Nein», sagt Keller lachend, «der Sport ist vielseitig und mein Leben. In der Berufslehre lerne ich aber, was es heisst, mehrere Stunden das gleiche zu tun. Dieser Durchhaltewillen kommt mir in Rennsituationen zu Gute.»

Ziele: Neuseeland und London

Dieses Jahr wird Patricia Keller 20 Jahre alt. Damit endet ihre Junioren-Zeit, und sie fährt nebst U23-Rennen bei der Elite mit. Bald beginnen die Trainings für die Saison 2010 mit der Elite-Weltmeisterschaft in Neuseeland als Höhepunkt. Dort will sie ebenso starten wie an der Olympiade 2012 in London. Ihr Traum: Olympiagold. Falls es in London noch nicht klappen sollte, will sie sich in Geduld üben. «Rollstuhlsportler Heinz Frei fuhr 2008 mit 50 Jahren noch an der Spitze mit und eroberte Medaillen. Mir bleiben also noch ein paar Jährchen Leistungssport», sagt die Freiämterin und schmunzelt.

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