Handball

Sie haben Kairo vor Augen

Die Schweizer Nationalmannschaft strebt den Turniersieg an, damit sie an der Weltmeisterschaft im August im ägyptischen Kairo dabei sein kann. Noch fehlen dem Team von Trainer Andrey Chernov dazu drei Siege gegen Zypern, Rumänien und Estland.

Das Organisationsteam des TV Möhlin (TVM) läuft auf Hochtouren. Mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren ist ein Handball-Grossanlass im Steinli geplant, bei dem es an nichts fehlen soll. Der TVM geht davon aus, dass in der Halle am Spieltag eine grandiose Stimmung herrschen wird. Das Steinli fasst - wenn hinter den Toren noch Bänkli für den Nachwuchs aufgestellt sind - 800 bis 1000 Zuschauer.

Auch neben dem Handballparkett ist der TVM aktiv. Der Wirtschaftsbetrieb wird am Spieltag ab 14 Uhr geöffnet sein. Alle vier Mannschaften werden in der Halle verpflegt und auch dem Publikum wird neben Pizza-, Fisch- und Schnitzelbroten ein Menü angeboten. Zum Dessert stehen Kaffee und Kuchen parat.

Der TVM strebt keine Rieseneinnahmen an, sondern will im Nachwuchsbereich sowohl im eigenen Dorf als auch in der ganzen Region eine positive Bewegung lancieren. Bis ins U15-Alter ist der Eintritt gratis. Jugendliche bezahlen 8 Franken, Erwachsene 18 Franken. Die Eintrittskarten gelten für beide Spiele am Karfreitag in Möhlin: Um 16 Uhr eröffnen die Rumänen und Estland das Turnier.

Danach misst sich die Schweiz um 18 Uhr an Zypern. Tags darauf spielt Estland in Baden gegen Zypern (17 Uhr) und die Schweiz fordert Rumänien (19 Uhr). Der Turnierabschluss findet am Sonntag in der Aarauer Schachenhalle statt. Rumänien trifft um 14 Uhr auf Zypern und zu guter Letzt spielt die Schweiz gegen Estland (16 Uhr).

Erstmals seit Brasilien wieder

Im vergangenen Jahr reichte es dem Team von Nationaltrainer Andrey Chernov trotz guten Leistungen nicht, sich für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Diese Enttäuschung ist nun verdaut, gegen die aktuellen Kontrahenten um die WM-Teilnahme haben sich die Schweizer einiges vorgenommen. Denn in diesem Jahr soll endlich wieder eine Schweizer Junioren-Auswahl an eine WM.

Die Ausgangslage ist heuer gut. Zwar ist auch diesmal wieder nur der Sieger qualifiziert, doch der Heimvorteil ist ein ganz grosses Plus, das sich die Schweiz Ende 2008 sicherte. Da Zypern gemäss Auslosung das Qualifikationsturnier austragen sollte, aber auf das Heimrecht verzichtete, sprang der Schweizerische Handballverband nur zu gerne ein.

Das U21-Nationalteam wurde in der Vorbereitung zusätzlich von A- Nationaltrainer Goran Perkovac und seinem Goalietrainer Lubomir Svajlen unterstützt. Die Mannschaft rechnet sich am Heimturnier eine reelle Chance auf die erste WM-Teilnahme seit 2003 (in Brasilien) aus. Die zugelosten Gegner sollten in Reichweite der Schweizer liegen. Estland war an der EM 2006 und 2008 dabei, für eine WM reichte es bisher noch nicht.

Die Mannschaft kämpft derzeit mit Geldproblemen - Testpartien soll es demzufolge keine gegeben haben. Star im Team ist unbestritten Mait Patrail, der weltweit als eines der grössten Talente gilt, bei Kadetten Handball spielt, aber bereits beim THW Kiel einen Vorvertrag hat.

Trotz Patrail gilt als stärkster Widersacher der Schweizer um den Gruppensieg Rumänien. Die grossen Zeiten des rumänischen Handballs, als die A-Nationalmannschaft zwischen 1961 und 1974 viermal Weltmeister wurde, liegen zwar schon lange zurück. Immerhin waren Rumäniens Junioren jedoch an der WM 2005 und an den Europameisterschaften 2004 und 2008 dabei.

In Möhlin muss ein Sieg her

Chernov begrüsst es, dass sein Team die Auftaktpartie gegen den vermeintlich schwächsten Gegner Zypern austrägt. Chernov drückt deutlich aus, was er von seinem Team erwartet: «Die Zyprioten sind ein handballerischer Zwergstaat, den wir einfach besiegen müssen.» Möhlin, als Austragungsort wird es freuen, wenn die Schweizer so richtig loslegen.

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