Markus Brütsch

Als hätte es noch eines letzten Beweises für sein aussergewöhnliches Talent bedurft, lieferte Xherdan Shaqiri in der Finalissima gegen YB eine beeindruckende Leistung ab. Nicht, dass der quirlige Aufbauer auf der Aussenbahn erneut durch Tore oder raffinierte Assists aufgefallen wäre. Nein, diesmal zeigte der Shootingstar der eben zu Ende gegangenen Super-League-Saison sein riesiges Potenzial im Bereich der Polyvalenz. Weil Behrang Safari ausgefallen war, lief Shaqiri diesmal als linker Aussenverteidiger auf. Und wie abgeklärt er dann gegen YB-Star Seydou Doumbia seine Aufgabe löste, war klasse.

Trotz seinem Versagen in dieser Partie gehört selbstverständlich auch Doumbia in die Mannschaft der besten elf Spieler der Super-League-Saison 2009/2010. Mit seinen 30 Toren war er mit Abstand der beste Torschütze der Liga und damit zum zweiten Mal in Folge deren Torschützenkönig. «Noch schneller als der Wind und Varela», hatte die MZ vor zwei Jahren nach der Ankunft Doumbias getitelt. Der Afrikaner sollte sie danach nicht Lügen strafen. Dass Doumbia indes der einzige Spieler von YB ist, der Aufnahme ins «Team der Saison» gefunden hat, hängt stark mit den verpassten Saisonzielen der Berner zusammen.

Im Tor zu stehen hätten zwar auch Marco Wölfli und Franco Costanzo verdient, doch stellvertretend für den extrem starken Auftritt vieler junger Spieler der Grasshoppers fiel die Wahl auf Yann Sommer. Dieser spielte eine Saison lang auf konstant hohem Niveau und war massgeblich am GC-Steigerungslauf auf Rang 3 beteiligt. Dies gilt auch für den routinierten Boris Smiljanic, der trotz den Problemen in der Innenverteidigung der Nationalmannschaft überraschenderweise kein konkretes Thema für das WM-Aufgebot wurde.

Dass mit den Aussenverteidigern Inkoom und Safari, Innenverteidiger David Abraham sowie dem zentralen Aufbauer Benjamin Huggel und Stürmer Marco Streller weitere Basler für die Auswahl dieser Zeitung selektioniert wurden, hat nebst deren starken Leistungen auch mit den Erfolgen des FC Basel zu tun.

Wie in der Nati musste Valentin Stocker über die Klinge springen. Grund: Die Luzerner Hakan Yakin und Cristian Ianu haben ihr Team mit brillanten Vorstellungen wundersam auf den vierten Rang geführt. Ein Trost für Stocker: Mit Alvaro Dominguez von Sion musste der vielleicht beste Individualist der Liga «übergangen» werden, weil die Walliser als Team einmal mehr enttäuscht haben.