Das Unterfangen erweist sich allerdings als unerwartet schwierig.

Erst am Wochenende deckte die Sonntagszeitung auf, dass sich nicht alle der rund 3000 Schweizer, die zum WM-Ausscheidungsspiel in Lettland (2:2) gereist waren, wie echte Fussballfans aufgeführt hatten. Drei Personen konnten damals die Heimreise erst mit einwöchiger Verspätung antreten, weil sie von der Polizei in Untersuchungshaft genommen worden waren. Erst hatten sie in der lettischen Hauptstadt an ein Freiheitsdenkmal uriniert und danach einen Polizisten verprügelt.

Obwohl solche Vergehen normalerweise mit mehrjährigen Gefängnisaufenthalten bestraft werden, sind die drei Hooligans bereits wieder in der Schweiz. Für ihre verwerfliche Attacke müssen sie dem verletzten Beamten (Gehirnerschütterung, Prellungen) lediglich eine Genugtuungssumme von 5000 Franken bezahlen.

Der SFV will sich nicht mit dieser unverständlichen Milde eines lettischen Gerichts zufrieden geben. "Das war für uns ein inakzeptables Verhalten", sagt Sicherheitschef Ulrich Pfister, der sich bisher vergeblich bemüht hat, die kompletten Identitäten der drei Hooligans durch das Bundesamt für Polizeiwesen (Fedpol) zu erhalten. "Wir wollen ein Stadionverbot für Meisterschafts- und Länderspiele erwirken und damit ein deutliches Signal senden. Solche Fans wollen wir bei Länderspielen nicht mehr dabei haben", bekräftigt SFV-Mediensprecher Marco von Ah.