Die Auswahl von Heinz Moser verlor auch ihr drittes und letztes Vorrundenspiel. Gegen Frankreich resultierte eine 1:3-Niederlage. Null Punkte und ein Torverhältnis von 1:10 - das ist nicht das, was sich die Schweizer vor dem Turnier vorgestellt hatten. Den Titel wollten sie erobern. Statt Meriten bleiben Erfahrungswerte für die Zukunft. Mosers Jungs konnten in der schwierigen Gruppe nicht jene Klasse ihrer prominenten Gegner nachweisen. Suboptimal war sicher, dass zu EM-Beginn gleich fünf potenzielle Stammspieler wegen Sperren und Verletzungen fehlten.

Gegen die Franzosen hatte es eine Halbzeit lang nicht schlecht ausgesehen. Die Schweizer führten im Sportpark Eschen-Mauren zur Pause 1:0 - nach einer Hälfte mit sehr wenigen Torszenen. So war es fast logisch, dass der Treffer ein Zufallsprodukt war. In der 29. Minute wurde ein Freistoss von Aleksandar Zarkovic auf eine derart eigenartige Weise abgefälscht, dass er den Weg ins Netz fand. Der Verteidiger des FC Basel, der aus dem St. Galler Rheintal stammt und im Nachwuchs des Liechtensteiner Fussballverbands entdeckt wurde, darf sich damit trösten, das einzige Schweizer EM-Tor erzielt zu haben.

Die SFV-Junioren konnten den Vorsprung nicht allzu lange erfolgreich verteidigen. Auch, weil die Franzosen nach dem Seitenwechsel plötzlich aufdrehten. Mit drei Toren zwischen der 43. und der 64. Minute drehten sie den Spiess um. Zweimal reüssierte Yaya Sanogo. Der grossgewachsene Stürmer von der AJ Auxerre profitierte beim Ausgleich von einem Missverständnis in der Schweizer Innenverteidigung.

Wenn die Schweizer noch die Halbfinals hätten erreichen wollen, wäre ein Wunder von Nöten gewesen. Gruppensieger Spanien leistete zwar Schützenhilfe, indem er Portugal mit 2:0 bezwang. Doch die Schweiz hätte im abschliessenden Match mit fünf Toren Unterschied gewinnen müssen - ein aussichtsloses Unterfangen.