Schweizer Luftwaffe demonstriert Präzision

In der Woche der Schweizer Flieger-Meisterschaften am Flughafen Grenchen kam es zu einem Höhepunkt: Die Schweizer Luftwaffe zeigte ihr Können. Auch der Start mit dem PC-7-Team war für die Zuschauer ein Erlebnis.

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Flieger demonstrierten Präzision

Flieger demonstrierten Präzision

Solothurner Zeitung

Debora Scherrer

Es herrscht auf der grossen Matte neben dem Rollfeld eine Stimmung wie bei einem Open Air. Auf der Wiese versammeln sich die Schaulustigen und machen es sich mit Decken und Kühlboxen gemütlich. Mit Sonnenschirm und Kamera ausgerüstet sind einige bereits seit dem Morgen hier und haben die Schweizer Meisterschaften im Helikopterpräzisionsfliegen mitverfolgt.

In den Pausen gibt es die Möglichkeit, die Helikopter aus aller Welt etwas genauer anzusehen. Auf dem Flughafenareal gibt es ausserdem Flugzeuge und Segelflieger zu bestaunen. Geworben wird für Privatjets oder Kleinflugzeuge, die im Energieverbrauch effizienter als ein Auto sein sollen. An Ständen in den Hangars gibt es Informationsmaterial. So stellt sich zum Beispiel die Segelflugschule Solothurn, die Ausbildungsplattform der Luftwaffe, «Sphair», oder ebenfalls die Stadt Grenchen den Gästen vor.

Eleganz am Himmel

Punkt 14.30 Uhr ist es so weit. In der «Diamant-» Formation erscheint das PC-7-Team am Himmel über Arch und zeigt ein 60-Grad-Looping. Die Berufspiloten des Fliegerkorps der Schweizer Armee brauchen keine zehn Sekunden für die nächste Formation.

Mit 330 Stundenkilometern und drei bis vier Meter Abstand zwischen den neun Maschinen fliegen sie Figuren wie den «Superpfeil» oder das «Racket» von Roger Federer. Die erfahrenen Militärpiloten zeigen Schweizer Präzision auf höchstem Niveau. Für die schnellen Formationswechsel brauchen die Piloten höchste Konzentration und Professionalität.

Das Sportflugzeug Pilatus NCPC 7 ist einiges leichter und wendiger als die F/A-18 Hornet, die sie sonst fliegen. Es hat jedoch weniger Leistungsreserve als ein Düsenflugzeug. Das Propellerflugzeug wird zu Schulungszwecken eingesetzt. Zum Abschied meldet sich Hauptmann Lehmann aus dem Cockpit mit einem Gruss an die vielen Grenchner Zuschauerinnen und Zuschauer.

Einsatzbereitschaft bewiesen

Zur Abwechslung gibt es anschliessend Fallschirmaufklärer zu sehen. Eindrücklich wird den Zuschauern gezeigt, wie die Milizsoldaten den Fallschirm genau an die vorgesehen Stelle manövrieren können. Grosses Können im Manöver zeigt auch das Team des Super Puma Air Display. Mit Rückwärts- und Steilflügen bringen sie das Publikum zum Staunen. Es beeindruckt, dass mit einer so schwerfällig aussehenden Maschine Performances wie «Screwdriver Down» oder «Pull-Up Back» möglich sind.

Den Abschluss des Air Display macht die mit Spannung erwartete «Patrouille Suisse» (siehe gestrige Ausgabe vom «Sonntag»). Die Kunstflugstaffel gilt als die Visitenkarte der Schweizer Armee, die gerne im Ausland gezeigt wird. Mit dem Northrop F-5E Tiger II fliegen Kunstflugpiloten Herze und Feuerwerke in den Himmel.

Als Kunstflugnationalmannschaft zeigen sie – mit 1000 Stundenkilometer unterwegs – den Fussballenttäuschten in der Tunnelformation, wie ein Goal aussieht. Bei der neuen Figur «Simon Ammann» dreht sich
die ganze Formation um die eigene Achse. Eindrücklich sind ausserdem die Solopräsentationen mit einem oder zwei Flugzeugen.

Rundum geglückter Anlass

Erleichtert und zufrieden gibt sich am Abend Andreas Wegier, der Flughafendirektor. «Alles verlief nach Plan. Das Wetter ist einfach fantastisch, die Organisation hat perfekt geklappt, und es gab auch keine Unfälle», fasst er zusammen.

Der Anlass wurde gut besucht. Nach ersten Schätzungen waren es zwischen 17000 und 20000 Gästen. Jürg Jost, Projektleiter des Anlasses, meint dazu: «Es ist einfach eine Freude.» Und zugleich erklärt er ergänzend, warum der Eintritt eigentlich kostenlos ist: «Die Vorführungen der Schweizer Flugwache sind ein Dankeschön an die Bevölkerung.»

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