Knapp 24 Stunden vor dem Anpfiff im Zimbru-Stadion in Chisinau erinnerte Coach Ottmar Hitzfeld nochmals daran, dass gegen den sieglosen Tabellenletzten ein Erfolg kein Selbstläufer sein wird. Der Deutsche, der seine Worte nie zufällig wählt, lenkte die Konzentration seiner Spieler auf die Stärke des Gegners. "Moldawien ist sehr spielstark. Die Rangierung ist erstaunlich, denn Moldawien müsste mehr Punkte haben." Aus vier Spielen haben die Osteuropäer erst einen Zähler geholt (0:0 in Luxemburg).

Hitzfeld hat die beiden 1:2-Niederlagen Moldawiens in den Heimspielen gegen Lettland und Israel auf DVD zigfach gesehen und analysiert. "Moldawien war nicht schlecht, es hatte aber in beiden Partien zu viele Chancen ausgelassen." Sein Fazit: "Wir müssen uns auf starke Gegenwehr gefasst machen." Trotzdem zählt für die Schweiz nur der Sieg, "denn wir haben bereits fünf Punkte leichtfertig abgegeben."

In diesem wegweisenden Spiel kann Hitzfeld auf die Formation vertrauen, die er seit Tagen im Kopf hat. Was sich im Verlaufe der Woche abzeichnete, offizialisierte der Coach am Tag vor dem Spiel. Er teilt den freien Platz neben Stéphane Grichting in der Innenverteidigung Philippe Senderos von Milan zu. Er habe mit Senderos, Johan Djourou und Patrick Müller die Qual der Wahl gehabt. Letztlich habe die grössere Persönlichkeit von Senderos für den "knappen Entscheid" zugunsten des 23-jährigen Genfers und gegen den "Gunner" Djourou gesorgt.

Wie Senderos wird auch Marco Padalino erstmals unter Hitzfeld in einem Pflichtspiel zum Einsatz gelangen. Wie erwartet vertritt der schnelle Mittelfeldspieler von Sampdoria Genua den verletzten Valon Behrami im rechten Couloir. Dass der Tessiner den Trainingsplatz am Donnerstagabend mit einbandagiertem Knie und Eisbeuteln verliess, hindert Hitzfeld nicht an einer Nominierung. "Er hat bloss einen Schlag bekommen. Sein Einsatz ist nicht gefährdet."

Die restlichen neun der Startformation hatte Hitzfeld bereits am ersten Trainingstag bekannt gegeben. Es sind ausser Ludovic Magnin, der den rekonvaleszenten Christoph Spycher ersetzt, diejenigen, die schon im Oktober in Griechenland im Einsatz standen. Vom damaligen 2:1-Sieg in Piräus zeigte Hitzfeld der Mannschaft in diesen Tagen nochmals einprägsame Bilder. Es war ein Auftritt, wie ihn sich der Trainer auch in Chisinau wünscht. Aggressiv und kompakt habe man gespielt. Und mit zwei Stürmern, die immer anspielbar waren.

WM-Qualifikation. Gruppe 2. Moldawien - Schweiz in Chisinau. -- Zimbru-Stadion. -- Samstag, 17.45 Uhr. -- SR McDonald (Scho).

Mögliche Aufstellungen. Moldawien: Moraru (Petrolul/Rum); Sawinow (Baki/Aser), Laschenko (Olimpik/Aser), Epureanu (FC Moskau/Russ), Golowatenko (Chimki/Russ); Cebotaru (Ceahlaul/Rum), Onica (Dacia Chisinau), Gatcan (Rostow/Russ), Suworow (Sheriff Tiraspol); Bugajow (Academia Chisinau), Alexejew (Iskra-Stali Rabnita).

Schweiz: Benaglio (Wolfsburg); Lichtsteiner (Lazio Rom), Senderos (Milan), Grichting (Auxerre), Magnin (VfB Stuttgart); Padalino (Sampdoria), Inler (Udinese), Huggel (Basel), Barnetta (Bayer Leverkusen); Frei (Borussia Dortmund), Nkufo (Twente Enschede). -- Abwesend: Spycher, Behrami (beide verletzt).