Insgesamt eine Medaille, zwei Plätze in den A-Finals und vier Top-Ten-Klassierungen hatte sich Swiss Rowing zum Ziel gesetzt. Dieses wurde mit dreimal Silber, einem 4. und einem 9. Rang bei Weitem übertroffen. "Wir können sehr zufrieden sein mit den Entwicklungen, die stattgefunden haben", sagte Verbandsdirektor Christian Stofer. Das Niveau in Bulgarien sei "extrem hoch" gewesen, einen Zacken höher als im Jahr zuvor.

Zwei der drei Medaillen - jene von Jeannine Gmelin im Einer und jene des Doppelzweiers Roman Röösli/Barnabé Delarze - holte das Schweizer Team in olympischen Bootsklassen. Ausserdem näherten sich Frédérique Rol/Patricia Merz im Leichtgewichts-Doppelzweier als Vierte dem WM-Podest. Das sind hervorragende Perspektiven im Hinblick auf Tokio 2020. Zudem befindet sich das neue Riemenprojekt Vierer-ohne (11.) auf einem guten Weg. "Es lohnt sich, dieses weiterzuverfolgen, zumal die Vorbereitung alles andere als optimal war", erklärte Stofer. "Wir sind nun breit aufgestellt, wissen, dass wir auf allen Ebenen nicht sehr anfällig sind, wenn jemand krank oder verletzt ist".

Mit Gmelin im Einer, Röösli im Einer oder Doppelzweier sowie Michael Schmid im nicht-olympischen Leichtgewichts-Einer stand ein Trio in diesem Jahr in jeder internationalen Regatta (WM, EM, Weltcup) auf dem Podest. "Das ist ein unglaubliches Palmarès", so Stofer. "In jener Vergangenheit, die ich überblicke, kann ich mich nicht erinnern, dass wir eine solche Anzahl an Athleten hatten, denen das gelungen ist."

Michael Schmid versucht sich 2019 bei den Schwergewichten. Er wird nun unter dem Engländer James Goodwin, der seit etwas mehr als einem Jahr beim Schweizer Verband als vollamtlicher Athletik-Trainer arbeitet, einen Kraftaufbau machen. Wie sich ein solcher auf die Leistung auswirkt, muss sich erst noch zeigen. Ein konkretes Projekt gibt es für Schmid derzeit nicht. "Er ist einer unter vielen Anwärtern", sagte Stofer. Das gilt auch für Mario Gyr, den Olympiasieger im Leichtgewichts-Vierer, der in diesem Jahr zurückkehrt ist und in der offenen Kategorie startete. In Plovdiv belegte er mit Joel Schürch im Zweier-ohne den 21. Platz.

Ohnehin muss sich jede und jeder über Leistungstests wieder beweisen, das ist die Philosophie des Verbandes. Eine grosse Pause erhalten die Athletinnen und Athleten nicht, die Ferien betragen lediglich zwei Wochen. Zunächst stehen dann aber mehr alternative Sachen im Programm, ehe Mitte Oktober wieder das zentrale Training in Sarnen beginnt. Schliesslich ist Rudern eine sehr trainingsintensive Sportart, in der man sich eine längere Pause kaum leisten kann.

Ausserdem ist sich Stofer sicher, dass es im kommenden Jahr nochmals härter wird, da es um Startplätze für die Olympischen Spiele 2020 geht. Er rechnet damit, dass Leute zurückkehren oder in andere Bootsklassen wechseln werden. Insofern gilt es auch für die Schweizer, einen weiteren Schritt vorwärts zu machen.