Enttäuscht, aber nicht niedergeschlagen zeigte sich Federer nach der Fünfsatz-Finalniederlage gegen Juan Martin del Potro. "Juan Martin hat den Sieg verdient, er hat ein grosses Spiel gezeigt", gratulierte der Baselbieter seinem Gegner. "Für mich wäre es ein Traum gewesen, hier einen sechsten Titel zu holen. Aber kann nicht immer alles haben und nicht alles kann immer perfekt sein."

Perfekt war am Montagabend in new York aus Sicht von Federer nur der erste Satz (6:3). Danach übernahm mehr und mehr Del Potro die Initiative, während der Weltranglisten-Erste sich zuviele Fehler leistete. 62 unerzwungene Fehler, elf Doppelfehler und nur 50 Prozent erste Aufschläge sind die Zahlen, die die Niederlage erklären.

Trotzdem bedauerte Federer, seine Chancen nicht genutzt zu haben, vor allem im zweiten Satz, als er beim Stand von 5:3 seinen Service abgeben musste: "Hätte ich diesen Satz für mich entschieden, wäre ich auf exzellentem Weg gewesen. Danach nutzte Juan Martin seine Möglichkeiten."

"Ich bin nicht allzu entäuscht. Frustierend ist, dass die Niederlage ein wenig derjenigen von Wimbledon im letzten Jahr gleicht. Damals verpasste ich den Sieg auch nur um wenige Punkte", zog Federer Parallelen zur Fünfsatz-Niederlage gegen Rafael Nadal 2008. "Es war dennoch ein grossartiger Sommer." Und ein grossartiges Jahr: Federer gewann zwei Grand-Slam-Turniere (Paris, Wimbledon) und erreichte in Australien und New York den Final, den er jeweils in fünf Sätzen verlor.