von Michael Hunziker

Auf der Windhund-Rennbahn in Kleindöttingen sind Windhundsportler aus der Schweiz, aus Deutschland, Österreich und Frankreich anzutreffen. Angereist sind sie mit rund 80 schnellen Vierbeinern. Obwohl an einem Windhundrennen jede Tausendstelsekunde zählt: Verbissen um den Sieg gekämpft wird nicht. Die Teilnehmer geniessen vielmehr die Campingplatz-Atmosphäre, das gemütliche Zusammensein mit Gleichgesinnten.

Am Samstag um 13 Uhr ist Mittagspause auf der idyllisch am Waldrand gelegenen Anlage. Walter Brändle, Präsident des Windhundrennvereins Kleindöttingen (WRK), gönnt sich bei strahlendem Sonnenschein ein Bier. Mit dem Verlauf des Osterrennens ist er zufrieden. Zwischenfälle sind keine zu verzeichnen.

Glas und Hundefutter als Preis

«Es ist die sportliche Eleganz, die an den Wettkämpfen zum Tragen kommt», antwortet Brändle, ohne zu zögern, auf die Frage nach der Faszination dieser Sportart. «Mit einem Rennen kommen wir der Veranlagung des Tieres entgegen. Hier kann es seinen Trieb ausleben.» Jede Windhund-Rasse habe ihr ganz eigenes Jagdverhalten, erklärt Brändle. Die englischen Windhunde, die Greyhounds, beispielsweise kämen problemlos auf Geschwindigkeiten von 70 Kilometern pro Stunde.

Im Gegensatz zu den reinen Greyhound-Rennen in England oder Irland aber, wo bei den Wetten Geld im Spiel sei und wo die Hunde von Profis trainiert würden, seien in Kleindöttingen Familienhunde am Start. «Bei uns erhalten die Teilnehmer ein Glas als Erinnerung, die Besten einen Sack Hundefutter. In erster Linie sollen die Tiere ihr Vergnügen haben.» Die Windhundsportler bezeichnet der WRK-Präsident als eine riesige Familie. «An einem Rennen entstehen schöne Kontakte.»

15 Jahre sind genug

Die Freude über die Saisoneröffnung sei riesig, sagt Brändle. «Das Kribbeln ist da. Schon im Winter haben sich viele danach gesehnt, endlich wieder loslegen zu können.» Gleichzeitig räumt er ein: «Ende Oktober ist man dann aber froh, wenn die Saison zu Ende ist - nach den Rennen, den Trainings und den Ausstellungen.» Vor allem mit der Organisation von grösseren Veranstaltungen kämen die Vereinsmitglieder an ihre Grenzen. «Auch bei uns fehlt es an Nachwuchs», sagt Brändle.

Noch diese Saison wird er dem WRK als Präsident vorstehen. «Nach 15 Jahren macht es dann aber Sinn, wenn andere Leute mit frischen Ideen kommen», ist er überzeugt. «Es war eine tolle Zeit, in der wir viel erreicht haben.» Als Stichworte nennt Brändle die Durchführung von Schweizer Meisterschaften oder den Umbau der Windhund-Rennbahn. «Unsere gepflegte Anlage wird geschätzt. Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen mit der Gemeinde und den Anwohnern. Immer wieder erhalten wir positive Reaktionen.»

Top-Adresse in Europa

In der neuen Saison will der WRK erneut alles daransetzen, den Ansprüchen der Rennteilnehmer gerecht zu werden. «Wir legen Wert auf eine professionelle Organisation», sagt Brändle. Zum ersten Mal beteiligt sich der Verein in diesem Jahr als Neueinsteiger an der Rennserie «Internationaler Sandbahn-Champion», der Windhund-Champions-League. Kleindöttingen zählt bei den Windhundsportlern damit zu den Top-Adressen in Europa.