Der WM-Führende Mark Webber realisierte im gestrigen Training zur Grand-Prix-Premiere in Südkorea die Tagesbestzeit. Er verwies im Red-Bull-Renault in der zweiten Trainingseinheit auf der immer schneller werdenden Strecke den Spanier Fernando Alonso (Ferrari) um 19 Hundertstel auf Platz 2. Wegen der langen Geraden im ersten Sektor war McLaren-Mercedes favorisiert worden; Lewis Hamilton erreichte nach der Bestzeit in der ersten Trainingssession aber nur die drittbeste Zeit in der aussagekräftigeren zweiten Übungseinheit. Jenson Button im anderen McLaren wurde in der Tageswertung Fünfter. Sebastian Vettel musste sich mit klarem Rückstand (1,262 Sekunden) auf Red-Bull-Teamkollege Webber gar mit Rang 7 begnügen.

Kobayashi hat gute Chancen auf Punkte

Die beiden Sauber-Fahrer Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld erreichten im Tagesklassement die Ränge 10 und 11. Beide büssten etwas mehr als 1,6 Sekunden auf Webber ein. Nach der starken Vorstellung vor zwei Wochen bei seinem Heim-Grand-Prix in Suzuka mit Platz 7 rechnet sich Kobayashi auch für das Premieren-Rennen in Südkorea gute Chancen auf Punktezuwachs aus: «Bei einigen Rennen in diesem Jahr hatten andere Fahrer einen Vorteil mir gegenüber, weil sie die Strecken kannten. Diesmal ist es jedoch für alle gleich», so der junge Japaner. Teamkollege Nick Heidfeld begrüsst den neuen Austragungsort ebenfalls. «Unbekannte Strecken stellen eine spezielle fahrerische Herausforderung dar», so der Deutsche mit Wohnsitz in Stäfa, dem der 5,621 km lange Kurs im Training viel Freude bereitete.

Wegen der späten Fertigstellung der Strecke in Yeongam war befürchtet worden, dass der erst vor zwei Wochen verlegte Asphalt der Belastung durch die Rennautos nicht standhalten könnte. Am Korean International Circuit traten bei 30 Grad Asphalttemperatur und trockenem Wetter jedoch keinerlei Probleme auf. Der Grand Prix kann wie geplant am Sonntag (8 Uhr Schweizer Zeit) stattfinden.

Mark Webber in Führung

Rechnerisch können drei Rennen vor Saisonende noch fünf Fahrer Weltmeister werden. WM-Leader Mark Webber hat mit 14 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sebastian Vettel sowie Fernando Alonso die derzeit besten Karten. Theoretisch kann RedBull-Renault bei 45 Zählern Vorsprung auf McLaren die Konstrukteurswertung bereits in Südkorea für sich entscheiden. Hierzu bedarf es allerdings eines weiteren Doppelsieges und eines Fast-Totalausfalls der Konkurrenz. (si)