Lüsslingen

Rasende Rösser und fliegende Mähnen

Hindernisse umzirkeln: Beat Schenk mit seinem Gespann unterwegs auf dem Parcours, bei den eng gesteckten Hindernissen war der Einsatz allerTeammitglieder gefragt. Dem Schweizer Meister reichte es schliesslich zu Rang 2. )Fotos: Oliver Menge)

Pferd

Hindernisse umzirkeln: Beat Schenk mit seinem Gespann unterwegs auf dem Parcours, bei den eng gesteckten Hindernissen war der Einsatz allerTeammitglieder gefragt. Dem Schweizer Meister reichte es schliesslich zu Rang 2. )Fotos: Oliver Menge)

Der Fahrverein Nennigkofen-Lüsslingen sorgte am Wochenende am traditionellen Freundschaftsfahrturnier für spannende Unterhaltung. Erstmals massen sich die Gespannfahrer und Springreiter als Team.

Agnes Portmann-Leupi

«Welch ein Wetterglück.» Diese oft gesprochenen Worte galten dem sonnigen Wochenende. In ganzer Schönheit präsentierten sich die Pferde, von denen an den Wettkämpfen viel abverlangt wurde. Selbst Vize-Weltmeister und Schweizer Meister Beat Schenk war dabei, und mit ihm 93 weitere angemeldete Gespanne aus der ganzen Schweiz. Organisationskomitee-Präsident René Heiniger war hocherfreut.

Aus den Lautsprechern tönte von Marschmusik über Rock'n'roll bis hin zu instrumentaler Volksmusik alles. Fahrer und Pferde stimmten sich auf der Wiese für die erste Prüfung ein: das Hindernisfahren für Einsteiger und Jungpferde. Gar nicht einfach für die Ein- und Zweispännerteams, im Gewirr von Hindernissen die roten Kegel nicht zu touchieren und die darauf liegenden gelben Bälle nicht zu Fall zu bringen. Kritisch nahe kamen die Wagenräder an die Hindernisse, betrug doch der seitliche Spielraum total nur gerade 30 Zentimeter. Zudem galt es, die Zeitgrenze nicht zu überschreiten, und auch die korrekte Haltung mit Peitsche und Leinen sowie die Kleidung von Fahrer und Beifahrer mussten stimmen.

«So chömed»

Nicht umsonst hiess die im Anschluss erstmals durchgeführte Spring- und Fahrprüfung «Allianz Jump and Drive», konnte sie doch nur dank Unterstützung der Allianz-Versicherung stattfinden. Hier bestand das Team aus einem Springreiter mit seinem Springpferd und einem Zweispännerfahrer mit seinen Pferden. Nach absolviertem Stangenparcours sputete der Springreiter auf das Gespann, um als Beifahrer die Balance zu halten, wenn sich der Wagen in den Kurven bedenklich neigte. Abwürfe von Bällen und Stangen schmälerten das gemeinsame Resultat.

Dass es zum guten Gelingen viel Gefühl und Harmonie brauchte, war offensichtlich. Auf die Rufe «Allez», «Hü», «Hopp» und «Chömed» hörend oder auf Namen wie Lolita, Galina, Camilla oder Max, kurvten die Pferde durch die dicht gesteckten Hindernisse. Flink und mit wehenden Mähnen, mehrheitlich Freiberger und Halbblüter. Dabei stimmte die Farbe des Ohrengarns und der Gamaschen meistens mit dem Fahrerhelm und den Radspeichen überein.

Auch «O sole mio» nützte nichts

Die Zuschauer fieberten mit. Ein älterer Herr aus Niederbipp, der vor 40 Jahren hier sein erstes Turnier bestritten hatte, meinte: «Es braucht viele Jahre, bis ein Team so weit ist und die Pferde die Kommandos beherrschen.»

Als Höhepunkt kündigte die Speakerin den Schweizer Meister Beat Schenk aus dem neuenburgischen Wavre an. «O sole Mio» ertönte aus den Lautsprechern. Die Sonne wollte aber für den Angekündigten für einmal nicht so richtig scheinen.

Lag es daran, dass seine «Weltmeister-Pferde» bereits die Winterpause geniessen? Beat Schenk fiel in den Rängen zurück und musste Brigitte Spörri aus dem zürcherischen Agasul den Sieg überlassen, die ebenfalls im August an den Weltmeisterschaften in Ungarn erfolgreich dabei war.

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