Der 26-jährige St. Galler klassierte sich auf seiner Paradedisziplin mit 1:47,02 im 7. Rang. Mit dieser Zeit vermochte er sich gegenüber dem Halbfinal um 28 Hundertstel zu steigern. Zuvor war er erst viermal schneller geschwommen - jedesmal mit einem mittlerweile verbotenen Ganzkörperanzug. Zum Podest fehlten Meichtry 2,14 Sekunden.

Gold sicherte sich der Amerikaner Ryan Lochte (1:44,44), der seinen Landsmann Michael Phelps um 35 Hundertstel auf Rang 2 verwies. Bronze holte der als Titelverteidiger angetretene Deutsche Paul Biedermann. Für Lochte war es bereits der achte WM-Titel im 50-m-Becken; vor zwei Jahren in Rom hatte er viermal das oberste Podest bestiegen. Michael Phelps dagegen muss weiter auf sein 23. WM-Gold warten; bereits mit der 4x100-m-Crawlstaffel (3.) hatte er eine Niederlage erlitten.

Meichtry ging das Rennen entgegen seiner Ankündigung nicht wie eine Rakete an; sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinal hatte er die ersten 50 m schneller zurückgelegt. Dafür war der Olympia-Sechste von Peking auf der letzten Bahnlänge so stark wie noch nie. Realistisch gesehen wäre für ihn in der derzeit prestigeträchtigsten Disziplin im Schwimmsport auch mit einem perfekten Rennen nicht mehr als Platz 6 dringelegen - diesen nahm der Russe Nikita Lobintsew mit 1:46,57 ein. Der fünftplatzierte Franzose Yannick Angel realisierte eine Zeit von 1:44,99. Zum Vergleich: Domink Meichtrys Schweizer Rekord liegt bei 1:45,80.

Deshalb kann der in Los Angeles trainierende Athlet des SC Uster-Wallisellen mit seiner Leistung zufrieden sein, obwohl er sich vor dem Final - "letzte Woche hatte niemand Swann Oberson (Goldmedaillengewinnerin über 5 km im Open Water, die Red.) auf der Rechnung" - mehr erträumt hatte. Meichtry erreichte bei seiner fünften WM-Teilnahme erstmals einen Final und unterbot zudem gleich dreimal die Olympia-Limite. Deshalb kann er sich nun in Ruhe auf London 2012 vorbereiten.