Problem Toreschiessen ungelöst

Problem Toreschiessen ungelöst

alex frei testspiel schweiz australien st. gallen

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Das Testspiel zwischen der Schweiz und Australien endete zwar torlos, beinhaltete aber eine Fülle vergebener Goalchancen.

Markus Brütsch, St. Gallen

Schweiz - Australien 0:0 - wer das Spiel nicht gesehen hat und nur das Resultat liest, muss denken: Nur gut, war ich nicht da! So kann man sich täuschen. Schweizer und Australier lieferten bei ihrer Länderspielpremiere fast schon ein Spektakel und unterhielten die knapp 15 000 Zuschauer in der AFG-Arena bestens.

Dass das Ergebnis am Ende 0:0 lautete, entsprach so gar nicht dem Geschehen auf dem Rasen. Hätten sich die Teams 4:4 oder 5:5 getrennt, niemand hättes dagegen etwas einwenden können. Beide Mannschaften vergaben gegen bisweilen vogelwilde Verteidigungen mehrere Hundertprozentige, die Australier hatten vor der Pause, die Schweizer danach ein Chancenplus, so dass das Unentschieden durchaus leistungsgerecht war.

Der Gipfel am Festival der vergebenen Torchancen war der vergebene Penalty durch Alex Frei nach knapp einer Stunde. David Degen war von Australiens Captain Lucas Neill behindert worden und der österreichische Schiedsrichter Thomas Einwaller hatte ein strenges Verdikt gefällt. Doch der Captain schoss den Ball übers Tor und versiebte die einmalige Chance, endlich - wenn auch nur mittels Elfmeter - die Schweizer Durststrecke betreffend Stürmertore zu beenden.

Fast ein Jahr ist es her, seit mit Eren Derdiyok beim 2:2 in Lettland zum letzten Mal ein Angreifer erfolgreich gewesen ist. Und seither haben die Schweizer gegen Luxemburg, Israel, Norwegen, Uruguay, Costa Rica ,Italien, Spanien, Chile, Honduras und Österreich gespielt... Dass sie in den letzten zehn Spielen nur vier Treffer zustande gebracht haben und seit dem 2:0 gegen Griechenland im September 2009 in sechs Heimspielen nicht mehr gewonnen haben, kommt noch dazu zur unrühmlichen Bilanz.

Nein, das Problem Toreschiessen haben die Schweizer nach wie vor nicht gelöst. Gestern war es vor allem Xavier Margairaz, der im Abschluss sündigte. Dem FCZ-ler ist allerdings zugute zu halten, dass er immer wieder energisch in den Strafraum eindrang und den Abschluss suchte. Etwas, was man von Gökhan Inler nie zu sehen bekommt. Auch Albert Bunjaku und David Degen hatten die Möglichkeiten, ihren ersten Länderspieltreffer zu erzielen, doch beide scheiterten an Mark Schwarzer. Was der bald 38-jährige Keeper vom FC Fulham zeigte, war Weltklasse.

Auf der anderen Seite brauchte es die eine oder andere gute Intervention von Marco Wölfli, um ohne Gegentor zu bleiben. Denn das 0:0 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schweizer Abwehrarbeit vor allem in der ersten Hälfte zu wünschen übrig liess. Während Gelson Fernandes auf der ungewohnten Position als Linksverteidiger eine mittelmässige Leistung ablieferte, waren François Affolter, Stéphane Grichting und Stephan Lichtsteiner alles andere denn sattelfest.

Weil sich am Dienstag das Gesicht der Schweizer - der leicht erkrankte Tranquillo Barnetta ist fraglich - gegen England personell massiv ändern wird, hat die Partie gegen Australien indes kaum Aussagekraft über den Formstand des Schweizer Teams.

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