Als es darum ging, im Palau Blaugrana die Angriffswellen Barcelonas zu überstehen, war Nikola Portner zur Stelle. Der 24-jährige Keeper von Montpellier stoppte den angezählten spanischen Handball-Giganten gleich neunmal und half mit, die kleine Marge aus dem Achtelfinal-Hinspiel (28:25) zu verteidigen. Ein Jahr nach dem Effort gegen Kielce, die damalige Nummer 1 Europas, überraschten die Südfranzosen mit dem nächsten Coup.

"Wir zeigten in diesen beiden Spielen mehr Charakter und waren in psychologischer Hinsicht stabiler", erzählt Portner zwei Tage nach der zweiten Viertelfinal-Qualifikation in Folge im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Details seien entscheidend gewesen beim Sturz des neunfachen Champions-League-Gewinners, so der Berner.

Gleich drei Klubteams aus dem Weltmeisterland erreichten im europäischen Elite-Wettbewerb die Runde der letzten acht. Neben Montpellier (nun gegen Flensburg-Handewitt) auch der PSG und Nantes. Portner freut sich über die französische Leistungsdichte: "Das zeigt mir, dass sich eben nicht alles in Deutschland, Kielce, Barcelona oder Veszprem abspielt. In unserer Liga ist die Substanz beträchtlich."

Vertrag bis 2022 verlängert

Auch in seiner zweiten Saison im Süden Europas bildet er mit dem Weltmeister Vincent Gérard ein Duo. "Es läuft im Kollektiv und auch für mich individuell sehr gut. Ich erlebe hier unheimlich viel, das mir enorm viel bringen wird für die Zukunft." Er profitiere zum einen vom hohen sportlichen Niveau und gleichzeitig von der "tollen Infrastruktur".

Die Zusammenarbeit mit der Klubikone Patrice Canayer schätzt Portner besonders hoch ein. "Er ist ein grosser Taktiker. Patrice hat immer einen Plan zur Hand und verlangt während jeder Analyse 100-prozentige Konzentration. Seine unglaubliche Erfahrung, seine Ruhe, sein Vertrauen - das alles ist Gold wert." Seit 1994 bestimmt der Coach den Kurs des Vereins - 39 Trophäen hat er mit dem MHB gewonnen.

In naher Zukunft wird Canayer die Entwicklung Portners vorantreiben. Gérard wird im Sommer 2019 zum Branchenleader Paris Saint-Germain wechseln, Portner verlängerte seinen Vertrag unlängst bis 2022. "Für mich ist Montpellier ein langfristiges Projekt. Der Verein hat viel vor, alles funktioniert wunschgemäss. Wir spielen um alle Titelgewinne mit", meldet der 66-fache Nationalspieler.

"Ich habe in jedem Bereich Fortschritte gemacht: physisch, technisch, mental. Das ist auch für meine Karriere im Nationalteam hilfreich", sagt Portner kurz vor den nächsten Tests gegen Portugal und rund zwei Monate vor dem WM-Playoff gegen Norwegen. "Eigentlich kann ich jedem jungen Schweizer nur empfehlen, ins Ausland zu wechseln."