Polverino powert schon wieder

Im Duell der Abstiegskandidaten gastiert der FC Aarau am Nationalfeiertag in Bellinzona. Zur Startelf zählt wohl auch wieder Michele Polverino.

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Keystone

Ruedi Kuhn

Der Aarauer Chefcoach Jeff Saibene überlässt im Vorfeld der Partie gegen den Tabellenletzten Bellinzona nichts dem Zufall. Die Mannschaft reist bereits nach dem Training von heute Nachmittag ins Tessin, um sich optimal auf das wegweisende Spiel vorzubereiten. Vielleicht zünden die Aarauer ihr 1.-August-Feuerwerk bereits ab 16 Uhr. Dann nämlich beginnt die Partie im Stadio Comunale. Im Wissen, dass Bellinzona nach drei Runden als einziges Team noch sieglos ist, dürfte es zu einer emotionsgeladenen Begegnung kommen. Bellinzonas Chefcoach Marco Schällibaum steht nach dem schlechten Saisonstart jedenfalls schon gehörig unter Druck und wird wohl nichts unversucht lassen, den Heimvorteil auszunützen.

Pause für Sinanovic und Schaub

Der FC Aarau dürfte gegen den Tabellenletzten also nicht nur sportlich, sondern auch nervlich gefordert sein. Im Vergleich zum Spiel gegen YB nimmt Saibene aller Voraussicht nach zwei Änderungen vor. Für die beim 0:3 gegen die Berner überforderten Emir Sinanovic und Frédéric Schaub kommen Michele Polverino und Artur Ionita zum Einsatz. Ionita wird während seines ersten Einsatzes im Dress der Aarauer von Beginn an auf der für ihn ungewohnten rechten Abwehrseite spielen müssen. Das ist ein Risiko.

Das bezüglich Abstiegskampf wichtige Spiel in Bellinzona ist das eine, die Suche nach einem Goalgetter das andere. Die Aarauer Vereinsverantwortlichen lassen sich bezüglich der Verpflichtung eines Stürmers Zeit. Viel Zeit. Präsident Alfred Schmid warnt vor einem Schnellschuss und sagt: «Wenn wir jetzt einen Spieler holen, muss er uns weiterbringen. Einen Fehltransfer können wir uns aus sportlichen und finanziellen Gründen nicht leisten.»

Gut zu wissen, dass die Aarauer keinen Fehltransfer tätigen wollen. Anlass zur Kritik gibts trotzdem. Und zwar bezüglich der Zusammenstellung des Kaders für die laufende Saison. In der Zeit von Mai bis Juli hat man es verpasst, einen oder gar zwei schlagkräftige Stürmer zu verpflichten. Im Wissen, dass Cristian Ianu und Rogerio den Verein verlassen, wurden schlicht und einfach die Hausaufgaben nicht gemacht. Bengondo hat sich bezüglich Einsatzwillen und Zweikampfverhalten zwar gesteigert, ein Goalgetter ist er aber nicht. Und wird er auch nie sein.

Und trotzdem ist der 32-jährige Kameruner zum jetzigen Zeitpunkt der einzige Stürmer des FC Aarau. Das ist nicht nur ein Spiel mit dem Feuer, das ist fahrlässig, grob fahrlässig: Es ist nämlich in erster Linie die fehlende Offensivkraft, die den Verein vom Brügglifeld zum Abstiegskandidaten Nummer eins der Liga macht.

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