Beachvolleyball
Platzt der Knoten ausgerechnet an der WM?

Heute beginnt in Holland die Weltmeisterschaft mit dem Schweizer Topspieler Philip Gabathuler. Auch wenn die Vorzeichen nicht allzu gut sind, hofft der Aargauer auf einen Exploit.

Fabio Baranzini
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Philip Gabathuler geniesst vor der WM ein paar wettkampffreie Tage zu Hause in Bern, um die Batterien wieder aufzuladen.

Philip Gabathuler geniesst vor der WM ein paar wettkampffreie Tage zu Hause in Bern, um die Batterien wieder aufzuladen.

Fabio Baranzini

Russland, Kroatien, Norwegen und Amerika. In diesen vier Ländern hat Philip Gabathuler gemeinsam mit seinem Beachvolleyball-Partner Mirco Gerson in den letzten gut drei Wochen World-Tour-Turniere bestritten. Zwischen den Wettkämpfen lagen nie mehr als drei spielfreie Tage, die zumeist für die Reisen draufgingen.

«Viel war ich in den letzten Wochen wirklich nicht zu Hause», erzählt Philip Gabathuler im Gespräch in seiner Wohnung in Bern. Das Reisen gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des 32-jährigen Blockspielers. Es ist eher ein notwendiges Übel, damit er seinem Traumberuf als Beachvolleyballprofi nachgehen kann. Entsprechend hat er die vier Tage zu Beginn dieser Woche zu Hause genossen.

Bereits gestern ist Philip Gabathuler jedoch wieder abgereist. Diesmal ging es nach Holland, wo heute die Weltmeisterschaft beginnt. Ein Grossanlass, der dem Aargauer in der Vergangenheit kein Glück gebracht hat. Bei vier Teilnahmen war der 17. Rang in Rom das beste Ergebnis.

Die Vorzeichen, dass es diesmal für einen Spitzenplatz reicht, stehen nicht allzu gut – zumindest dann, wenn man die Resultate der letzten vier World-Tour-Events als Massstab nimmt. Zwei Mal reichte es zum 17. Platz, zwei Mal zu Rang 25. Dies entspricht nicht ganz den Erwartungen von Gabathuler/Gerson, die das vergangene Jahr auf dem 14. Platz in der Weltrangliste abgeschlossen hatten.

Sieg oder Sarg

«Wir befinden uns in einer komplett neuen Situation. Letzte Saison mussten wir praktisch immer über die Qualifikation, wo es in jedem Spiel um Sieg oder Sarg ging. Wenn wir verloren haben, waren wir weg und es gab kein Preisgeld», erklärt Gabathuler. «Unter diesen Voraussetzungen wären wir mit den Rängen 17 und 25 zufrieden gewesen, da wir viermal die Qualifikation überstanden hätten.»

In diesem Jahr startete das Duo jedes Mal im Hauptfeld, konnte aber aus dieser guten Ausgangslage noch nicht den gewünschten Profit schlagen. «Wir haben Lehrgeld bezahlt. Das letzte Jahr war mit Abstand unser bestes. Wir haben eine Medaille an einem Grand-Slam-Turnier gewonnen – davon konnten wir früher nur träumen. Dieses Gefühl will man unbedingt noch einmal erleben und schaut daher bei den Turnieren zu weit voraus, statt sich auf jedes Spiel zu fokussieren», erklärt Gabathuler.

Dennoch reist der beste Schweizer Beachvolleyballer der letzten Saison mit einem guten Gefühl an die Weltmeisterschaft. Auch wenn die Resultate bisher nicht ganz den gestiegenen Erwartungen entsprachen, waren die Leistungen auf dem Spielfeld gut. «Wir hatten jedes Mal den späteren Sieger in unserer Gruppe und konnten diesen einmal sogar schlagen. Auch sonst konnten wir mit den weltbesten Teams mithalten. Unser Spiel ist da und es fehlt nicht viel.» Warum also soll der Knoten nicht an der WM in Holland platzen, wo das Duo Gabathuler und Gerson in eine Gruppe gelost wurden, die sie durchaus überstehen können? Eine erfolgreiche WM würde Philip Gabathuler gleich doppelt in die Karten spielen: Zum einen könnte er voller Selbstvertrauen ans Heimturnier in Gstaad reisen, zum anderen würde er damit wertvolle Punkte für die Olympiaqualifikation sammeln.