Olic schiesst Bayern im Alleingang ins Finale

Bayern München steht nach einem nie gefährdeten 3:0-Sieg in Lyon im Champions-League-Final und trifft da am 22. Mai auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Barcelona und Inter Mailand.

Felix Bingesser

Nachdem die Münchner bereits das Hinspiel klar dominierten und dank dem Treffer von Tausendsassa Arjen Robben mit 1:0 gewannen waren sie auch im Rückspiel bei den erneut herb enttäuschenden Franzosen nie gefährdet. Wieder war es Arjen Robben, der das 1:0 der Bayern durch Ivica Olic einleitete. Die Robbenjagd in Lyon missriet auch diesmal gründlich und die Münchner spielten nach dem 1:0 derart souverän und stilsicher, dass in diesem mässigen und über weite Strecken gar enttäuschenden Spiel nie Spannung aufkam.

Vor allem, weil das Team aus Lyon auch im Rückspiel den Nachweis schuldig blieb, ein würdiger Halbfinalist der Champions League zu sein. Sie vermochten die Münchner in 180 Minuten nie auch nur ansatzweise in Verlegenheit zu bringen. Und nimmt man die beiden Halbfinalpartien zum Gradmesser, dann muss man sich die Frage stellen, wie es Lyon gelang, im Achtelfinale Real Madrid auszuschalten.

Negativer Höhenpunkt der im Rückspiel zunehmendblmablen Vorstellung war die dümmliche Aktion von Abwehrchef Cris, der vom guten Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca zu Recht vom Platz gestellt wurde. Das 2:0 und das 3:0, erneut durch Ivica Olic, waren nur noch von statistischer Bedeutung. Nach diesem Out kann der siebenfache französische Meister die Saison abhaken. Denn in der Meisterschaft ist der Titelgewinn schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu realisieren.

Triple vor Augen

Ganz anders sieht es bei Bayern München aus. Erstmals seit 2001 stehen die Münchner wieder im Final der Champions League und damit international da, wo sie ihrem eigenen Selbstverständnis entsprechend hingehören. Und die Münchner haben weiterhin die Chance auf den Dreifachtriumph.

Sie gehen als Leader in die letzten zwei Meisterschaftsrunden und können auch noch Cupsieger werden. In Lyon verkrafteten sie auch den Ausfall von Franck Ribéry, der durch Altintop bestens ersetzt wurde. In den letzten Wochen und Monaten war es sowieso Arjen Robben, der die Münchner mit seinen grandiosen Vorstellungen national und international im Geschäft gehalten hat. Robben hat Ribéry als spielerische «Lebensversicherung» längst abgelöst.

Allerdings wird die Finalaufgabe fürBayern ungleich schwieriger. Vor allem Barcelona, aber auch die abgebrühte Truppe von Inter Mailand wären als Finalgegner von ganz anderem Kaliber. Die Bayern werden die kommenden Aufgaben mit geschwellter Brust in Angriff nehmen. Es kann, nach einigen Wirren im letzten Herbst, die ganz grosse Bayern-Saison werden.

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